Das große Finale, der Showdown, die Krönung des Königs. Mit vielen Superlativen wurde das Finale der Vierschanzentournee in den letzten Jahren bereits geschmückt. Bischofshofen und die dort beheimatete Paul-Ausserleitner-Schanze bürgen für große Qualität im Skisprungsport.
Wer ist Mr. Bischofshofen?
Eigentlich ist weder Schlierenzauer, noch Jacbosen ein echter Liebling der Schanze in Bischofshofen. Zwar feierte der Österreicher dort im Gegensatz zum Norweger bereits einen Sieg, dieser liegt jedoch bereits fünf Jahre zurück, zudem ist der 22-Jährige dort schon zweimal böse abgestürzt. Tiefpunkt: Rang 42. im Jahr 2008. Kein Wunder, dass Schlierenzauer vor dem Finale sagt: "Die Schanze hat durchaus ihre Tücken. Hier kann alles passieren, du musst hier sehr sauber springen." So wird auch Jacobsen denken, mehr als insgesamt zwei Podestplätze waren für den 27-Jährigen in seiner bisherigen Karriere nicht drinnen.
Das erste Duell endet Unentschieden. 1:1
Wer ist der Mr. Flow?
Gerade im Skispringen ein geradzu beflügeltes Wort: Der Flow. Insgesamt ist es schwer zu beschreiben, aber dafür gut sichtbar. Bestes Beispiel: Nach seinem Auftaktsieg konnte Jacobsen selbst ein gefährlicher Skipendler in Garmisch nicht aus dem Konzept bringen. In Innsbruck scheint ihm der Flow jedoch abhanden gekommen zu sein.
Gregor Schlierenzauer über den Sieg im Wohnzimmer
Umso mehr schwebt Schlierenzauer darauf die Schanzen hinunter. Wenn er davon spricht "einen weiteren, tollen Job zu machen" ist das keine leere Floskel. "Die Tournee macht es aus, dass es Schlag auf Schlag geht, da wünsche ich mir gar keinen zusätzlichen Tag frei." Denn jetzt wird der Flow von Innsbruck mitgenommen. Dort, wo er in seinem Wohnzimmer alles aufsaugte und sagte: "Es ist unglaublich, dass mir hier meine Topsprünge auf meiner Heimschanze auspacken konnte. So einen Adrenalinrausch zu erleben, darauf arbeitet man als Sportler hin."
Der Flow ist gewandert. Schlierenzauer führt 2:1
Wer ist Mr. Technik?
Am Bergisel wurde auch zwischen den Durchgängen gewerkt: "Durch den Regen ist die Spur langsamer geworden. Mein Setup war gut auf die Wetterbedingungen eingestellt." Dass man in Sachen Technik die Trends der letzten Jahre im ÖSV-Sprunglager regelmäßig verschlafen hätte, kritisiert Trainer Alexander Pointner übrigens scharf: "Wer uns bei Material und Entwicklung kritisiert, ist neidisch, will einen Job oder hat wenig Einblick in die Materie."
Technik hier, Technik da - Punkt für beide: 3:2
Wer ist Mr. Mental?
"Er ist sehr ausgeglichen und zeigt seine Reife. Gregor hat sich gewandelt", sagt sein Trainer Pointner. Im ÖSV-Team baut er auf das so beliebte Neurocoaching, "hier macht Gregor niemand was vor." In der Ruhe liegt die Kraft. Zwischen den Durchgängen in Innsbruck lief - nach Schlierenzauers Angaben - "Kuschelrock" über die Kopfhörer. "Ich muss selbst lächeln, wie ruhig ich derzeit bin", sagt der 22-Jährige.
Alex Pointner über die Material-Diskussion
Außerhalb der Mannschaft sind es bei den Heimspringen die Fans, die Schlierenzauer zu den derzeitigen Leistungen pushen. "Natürlich ist ein gewisser Druck da, aber ich habe gespürt, dass viele Leute auf meiner Seite sind." Ein weiterer Weltcupsieg macht es noch leichter: "Mit vollen Hosen ist gut stinken. Mit 44 Siegen in der Tasche habe ich mental keine großen Probleme."
Anders ist nun die Situation bei Anders. Jacobsen gibt vor der Quali in Bischofshofen offen zu: "Die Situation war gestern natürlich hart." Pointner vergleicht den Schlag, den Jacobsen in Innsbruck einstecken musste, mit einer Geraden von Klitschko im Boxring.
Mental ist Schlierenzauer auf der Höhe - 4:2
Wer ist Mr. Tournee?
Ist man vor dem letzten Springen lieber Gejagter oder der Jäger? Hier gehen die Meinungen auseinander. "Ich bin lieber der Gejagte", sagt ORF-Experte Andreas Goldberger. Die Hauptakteure selbst scheinen daraus keine große Nummer zu machen. "Rechnen ist nicht meine Stärke. Ich glaube an meine Stärke als Skispringer und habe die Fähigkeit, mich abzusetzen", sagt Schlierenzauer. Medial lässt sich keiner aus der Ruhe bringen. Der österreichische Leader verzichtet auf den Medienkonsum während der Tournee, will gar nicht viel darüber nachdenken.

Gregor Schlierenzauer vs. Anders Jacobsen.
Anders sieht er die Situation bei Konkurrent Jacobsen: "Wenn du nach einem Durchgang 10 Punkte aufgebrennt bekommst, ist es nicht so einfach. Aber umgekehrt darf man nicht glauben, dass alles 'easy cheese' geht." Ohnehin gibt sich Schlierenzauer vor dem finalen Showdown als alter Hase. Denn die oberste Regel für die beiden Superadler, ist vergleichbar mit der Nervosität vor dem ersten Date. "Es ist wie bei den Hasen. Wenn du dir zu viele Gedanken über dein Aussehen und deine Art machst, und weniger du selbst bist, wird es schwer. Wenn du dir nicht zu viele Gedanken machst, geht es besser."
Da kein eindeutiges Ergebnis bei der Rollenverteilung rausschaut - Punkt für beide: 5:3 für Schlierenzauer. Es wird ein knappes Finale!
















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