Es ist eine alte Springerweisheit, wahrscheinlich so alt wie die Tournee selbst, die besagt: "Du kannst die Tournee in Oberstdorf nicht gewinnen, aber verlieren." Eine Aussage, die sich auch bei der 61. Auflage bewahrheitet. Der Spannungsfaktor beim Sieg von Anders Jacobsen vor Gregor Schlierenzauer und Severin Freund war jedenfalls hoch genug. Wie schon so oft zeigte sich, wie knapp Sieg und Niederlage in der sensiblen Sportart Skispringen beisammen liegen.
Jacobsen der Partycrasher
Was im Skispringen fast genauso dazugehört wie das Windglück, ist die Suche nach Statistiken. Auch Jacobsen wird sich daran als ehemaliger TV-Experte noch erinnern. Aufällige Statistik: In den letzten elf Jahren gewann sieben Mal der Sieger von Oberstdorf am Ende auch die Gesamtwertung. Doch daran will weder der Sieger, noch seine Konkurrenz jetzt denken. Für Jacobsen wichtig: Er will die Länderkampf-Party zwischen Österreich (Schlierenzauer) und Deutschland (Freund) "nicht sprengen, sondern bei der Party mitfeiern."
"Die Tournee ist noch lang"
Hat noch Reserven: Gregor Schlierenzauer.
Morgenstern muss leiden, Kofler disqualifiziert
Und am Ende passt die Springerweisheit wieder wie die Faust aufs Auge. Gewonnen hat die Tournee noch keiner, verloren schon: Thomas Morgenstern. Der Rückenwind im ersten Durchgang verblies jegliche Hoffnungen auf einen Tourneegesamtsieg.
Der Jungvater verpasste gar den zweiten Durchgang: "Natürlich ist der Frust groß. Wenn es so von hinten reinpfeift, ist man den Verhältnissen ausgeliefert. Es ist blöd gelaufen. Ich mach ein Hackerl unter die Tournee." Mit einer ähnlichen Situation muss sich auch Andreas Kofler auseinandersetzten. Zwar landete Kofler auf Platz acht, wurde nach dem Bewerb von der FIS - wie schon beim Mixedbewerb zum Saisonauftakt - wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disquaifiziert. Somit ist auch für ihn der Gesamtsieg nicht mehr in Reichweite. Für das restliche Spitzenfeld geht es erst jetzt so richtig rund. Nächster Flugtag: 1.1.2013 in Garmisch-Partenkirchen.
Das Endergebnis finden Sie auf der zweiten Seite!

















Mitkommentieren! Sagen Sie uns Ihre Meinung ›