Dort ein Lächeln für die Fans durch die verspiegelte Sonnenbrille, hier ein geübtes Autogramm für den Skifan mit den rot-weiß-roten Fahnen im Gesicht und zum Abschluss noch ein triumphaler Blick in den Himmel, als man feststellt, dass man sportlich plötzlich ganz weit oben steht.
Sowohl Gregor Schlierenzauer, als auch Marcel Hirscher konnten dieses Gefühl in dieser Saison auskosten. Mit dem 22-Jährigen Tiroler Überflieger und dem um ein Jahr älteren Stangenzauberer hat die Marke ÖSV zwei heiße Eisen im Feuer, die bei gemeinsamen Auftritt auch einen daneben stehenden Georg Clooney (noch) älter Aussehen lassen würden. sport10.at versucht einen Vergleich, von zwei eigentlich Unvergleichbaren.
Tournee, Kristall und Dauergrinser
Was Marcel Hirscher am Ende der Saison noch im Stande war zu leisten, blieb Schlierenzauer heuer verwehrt. Beide halten nun bei einem Triumph im Gesamtweltcup und durften die große Kristallkugel schon so jung in ihren Karrieren in den Himmel stemmen. Klar: Mit 40 Weltcuperfolgen hat der ÖSV-Adler klar die Nase vor zwölffach-Sieger Hirscher. Doch in Sachen Siegerdebüt hat der Sieger der 60. Vierschanzentournee immerhin auch drei Jahre (2006) Vorsprung auf Hirscher (2009)
Apropos Tournee: Beide zeigten bei ihren Erfolgen heuer keine Nerven. Weder beim Tournee-Hype rund um Schlierenzauer, der den Bewerb als großes Ziel der Saison ausgewiesen hatte, noch beim Schladming-Dauerkugel-Thema oder beim "Einfädler-Skandal" für Hirscher, kam einer der beiden vom Weg ab.
Family Business
Hinter beiden Athleten steht eine Familie, die nicht nur zum Jubeln gerne im Fernsehen hergezeigt wird. Hirschers Vater ist aktives Mitglied des "Team Hirschers", gilt als Schwungflüsterer seines Sohnes, mit einem Hang zum Materialfetischismus im positiven Sinn.
Bei Schlierenzauer greift die Familie nicht so direkt ins sportliche Geschehen ein. Die Präsenz ist dennoch enorm. So kann es passieren, dass Vater und Schlierenzauer-Freundin Sandra in Bischofshofen bei Sauwetter mit einer Hand voll Beobachtern unter einem Regenschirm die Quali verfolgen. Oder dass der gesamte Schlierenzauer-Tross im Hintergrund mit Cheftrainer Alexander Pointner spricht, wenn der Sohn gerade am Kulm bei Sport am Sonntag über Dauerbelastungen redet.
Die Meistermacher
In einem so breit aufgestellten Verband wie dem ÖSV, ist es gut seine fixen Bezugspersonen zu finden. Beide haben dies geschafft. Bei Schlierenzauer ist in einem Team voller Spezialisten Markus Maurberger eine besondere Bezugsperson, die dem Jahrhunderttalent das nötige Rüstzeug mitgab, um in die Weltspitze zu fliegen.
Bei Hirscher nehmen in der heurigen Saison gleich mehrere Personen wichtige Positionen ein. Servicemann Edi Unterberger, Atomic-Rennchef Rudi Huber, Manager Michael Holzer, Trainer Michael Pircher und der bereits erwähnte Papa Hirscher, während im Hintergrund viele bewährte Kräfte noch andere Fäden ziehen.
Mit Erfolg. Die Technik von Schlierenzauer, speziell der geringe Geschwindigkeitsverlust beim Absprung, ist Gegenstand vieler Videoanalysen der Gegner. Bei Hirscher würden solche Analysen wenig bringen. Seine Art skizufahren kann man wohl als einzigartig bezeichnen.
Der Promi-Faktor
Ca. 46.000 zu 23.000 steht es derzeit im facebook-Duell zwischen Hirscher und Schlierenzauer. Beide nahmen die Tätigkeit erst in dieser Saison so richtig auf. Beide verzeichnen rasche Zuwächse. Bei der Medienpräsenz von Hirscher in den letzten Wochen ist der rasche Anstieg nicht verwunderlich.
Zudem sind beide Sympathieträger. Das Aussehen stimmt, beide treten auch ohne Rennanzug in schnittigen Outfits auf und beide halten nichts davon, die immer gleichen Antworten zu geben. Bei Schlierenzauer kommt noch der Faktor Red Bull hinzu, bei Hirscher erinnert der gelbe Helm mit dem Bankenlogo an einen gewissen Hermann Maier.
Während beim Salzburger derzeit die grüne Haube -neben ihm selbst - das einzige Unikat ist, hat sein Skisprung-Gegenüber bereits eine eigene Modelinie und ist als Fotograf unterwegs. Auch die Beziehungen der jungen Shootingstars sind für den Boulevard zunehmend ein Thema. Hirscher ist mit Model und Studentin Laura liiert, bei Schlierenzauer ist Sandra die Dame, die den 22-Jährigen auch beim Bauchgefühl abheben lässt.
Nix mit 0815
Ein Freund von Leermeldungen sind beide nicht. Bei Interviews wird das Phrasenschwein - so fern es nicht das zehnte Blitzinterview am Tag ist - nur selten gefüttert. Eine Tatsache, die beide außerhalb des Skizirkus interessant macht, obwohl dem Skisprungwuder so mancher Auftritt bereits als Arrogant ausgelegt wurde.
Potential haben jedenfalls Beide: Während Hirscher am Donnerstag in einer Woche bei der ORF-Satire Willkommen Österreich von Stermann und Grissemann zu Gast ist, lächelte Schlierenzauer schon vom Männermagazin Wiener oder von der Titelseite des Falter.
Was einen 22-Jährigen Tiroler zum Titelhelden eines Männermagazins macht? "Er ist einer, der weiß, dass es auch für Profispotler ein Leben gibt, das nicht nur aus Blut, Schweiß und Training besteht", erklärt Wiener-Chefredakteur Wolfgang Wieser dem Sportmagazin. In Summe heißt das: "Ein junger Mann auf dem besten Weg, ein gstandener, moderner Mann zu werden", meint Wieser. Ähnliches wird wohl auch für Hirscher gelten.
An den Spitznamen: Hirschenzauer sollte man jetzt jedenfalls nicht denken, denn beide könnten damit wohl nichts anfangen.
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- In der aktuellen SportWoche lesen sie alles zum größten Triumph von Marcel Hirscher. Wem er vertraut und was ihn so stark machte.
- In der März-Ausgabe des Sportmagazins lesen Sie, wie Gregor Schlierenzauer vom Jungspund zum Mann reifte und was ihm vom Wunderkind zum ausgewachsenen Siegertypen machte.








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