Die Favoritenrolle im Herren-Gesamtweltcup wechselt derzeit zwischen Marcel Hirscher und Beat Feuz ähnlich schnell, wie Hirscher normalerweise durch den Stangenwald beim Slalom fliegt. Eines ist klar: Es wird wohl eine ganz enge Geschichte.
Hirscher: "Beat wird es schaffen"
Hirscher selbst ist sich dem Druck bewusst. "Weil ich für einen zweiten Rang alles riskieren muss, ist die Chance groß, dass ich ausscheiden werde. Darum bin ich ziemlich sicher, dass es der Beat schaffen wird", meint Hirscher, der zugleich die Rechnerei auf den Emmentaler Feuz abschieben will.
"Unterstützung" erhält Hirscher dabei von Aksel Lund Svindal. Der Norweger hat Erfahrung mit engen Entscheidungen, immerhin schnappte er 2009 Benjamin Raich mit zwei Punkte Vorsprung die Kugel vor der Nase weg. Warum? Weil Raich im Slalom - als damals bester Slalomfahrer der Welt - beim Weltcupfinale ausschied und die nötigen Punkte nicht machen konnte.
"Damals hätte Raich im Slalom ein einziger Punkt genügt, um mir die große Kristallkugel wegzuschnappen. Es schien reine Formsache zu sein. Doch fädelte er nach wenigen Toren ein, und ich durfte mich zum zweiten Mal als Gesamtweltcupsieger feiern lassen", erinnert sich Svindal zurück.
Österreicher nicht immer das Nachsehen
Dabei ist der Herzbube von Julia Mancuso kein Einzeltäter. Beim Weltcupfinale 06/07 sicherte sich Svindal mit 13 Punkten Vorsprung den Weltcup - vor wem? Benjamin Raich.
Doch die Österreicher hatten nicht immer das Nachsehen. Beim Weltcup 1969/1970 holte sich Karl Schranz mit drei Punkten Vorsprung auf den Franzosen Patrick Russel den Gesamtweltcup. Die Rechner werden glühen, die Punkte werden gezählt. Der Salzburger hat die Chance, die noch unbescholtenen Schweizer in die Statistik der knappsten Weltcupentscheidungen hinzuzufügen - und zwar als Zweiten.
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