Eigentlich sprach alles für Beat Feuz. Er hätte im Super-G in Schladming den Sack im Kampf um den Gesamt-Weltcup mit einem Sieg zumachen können. Sein Vorsprung betrug nämlich 135 Punkte. Doch es kam schließlich alles anders. Denn nach dem letzten Speed-Rennen des Skiwinters spricht nun wieder vieles für einen Gesamt-Weltcup-Sieger mit dem Namen Marcel Hirscher.
Der Salzburger belegte nämlich sensationell den dritten Platz, verpasste den Sieg sogar nur um sechs Hundertstel. Sein großer Kontrahent im Kampf um die großes Kristallkugel, Feuz, schied dieses Mal aus.
Hirscher war dieses Mal kein Hosenscheißer
Dass Hirscher auch im Super-G schnell fahren kann, hat er in den vergangenen Wochen im Training gezeigt. "Im Rennen war ich dann einfach ein zu großer Hosenscheißer, habe es mir nicht zugetraut. Ich habe im Super-G keine Erfahrung und das trainiere ich ja eigentlich auch nie. Aber hier war es sehr technisch, das ist mir natürlich entgegengekommen. Dass ich jetzt Dritter geworden bin, ist schon richtig schräg."
Marcel Hirscher
In Crans Montana fuhr er seinen bislang einzigen Super-G in dieser Saison. Hirscher belegte damals nur den 34. Rang, holte keine Weltcup-Punkte. "Das Gelände ist in Schladming ein anderes. Hier ist es wirklich extrem steil, die Piste ist hart. In Crans Montana war es sehr weich und schlecht", sagt Hirscher.
Der Salzburger weiß natürlich, dass ihm die Kurssetzung entgegen kam: "Hier hat es sehr gedreht, es war einfach technisch. Da kann ich sicher mehr rausholen, als wenn es nur zum Geradeaus fahren geht. Da zählt jedes Kilo und von denen habe ich nicht so viel."
Hirscher musste sich schließlich nur dem Italiener Christof Innerhofer und dem Franzosen Alexis Pinturault geschlagen geben. Alle Super-G-Asse blieben weit hinter Hirscher.
"Es ist einfach irreal, ich habe so eine Freude, das Adrenalin ist noch immer nicht heraußen. Ich habe eine Megagaudi mit dem Ergebnis. Es war ein wirklich geiles Rennen, hier ist immer eine echte Stadionathmosphäre. Es ist schon jetzt ein richtig cooles Finale."
Hirscher musste nichts beweisen
Während Feuz zum großen Favoritenkreis gehörte, er hatte ja auch noch Chancen auf Super-G-Kristall, konnte Hirscher befreit drauf losfahren. "Ich habe heute nichts beweisen müssen, deswegen war es nicht so schwierig. Ich musste einfach voll angreifen", so Hirscher. Das wird sich auch in den kommenden Rennen nicht ändern.
"Dieser Schiene muss ich einfach treu bleiben. Der ganze Gesamt-Weltcup hin oder her. Wenn man einmal rauskugelt, dann schaut es wieder anders aus. Es sind so viele Rechnereien. Warum sollte ich jetzt etwas anders machen, als die gesamte Saison über? Es ist ja eine Auszeichnung für die gesamte Saison."
Marcel Hirscher
Der Rückstand vor Hirschers beiden Spezialdisziplinen beträgt nun nur noch 75 Punkte. In der Favoritenrolle sieht sich Hirscher deswegen aber nicht. "Beat wird den Riesentorlauf fahren. Da traue ich ihm einiges zu. Egal, wie es ausgeht, ich habe meinen Spaß und meine Gaudi", sagt Hirscher.
Der 23-Jährige ergänzt: "Ich muss lachen, weil ich am Wochenende jemanden getroffen habe, der zu mir gesagt hat, 'wenn du dich so anscheißt und so lauwarm runterfahrst, dann habe ich keine Freude mehr mit dir.' Das habe ich mir zu Herzen genommen."
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