Vor der Abfahrt der Damen am Sonntag stellt sich die große Frage: Wer übernimmt die große Favoriten-Rolle von Lindsey Vonn?
Die Favoritinnen
Und täglich grüßt das Murmeltier: Nach Gold im Super-G und Silber in der Super-Kombination heißt die Favoritin in der Abfahrt Tina Maze. Auch wenn ihr im Kombinationsbewerb nicht alles aufging, ist sie auch in der Abfahrt die Topfavoritin. Ihr härtester Gegner ist gleich eine ganze Mannschaft. Das US-Team präsentiert sich auch ohne Lindsey Vonn heuer extrem stark, etwa durch die Leistungen von Stacey Cook, Alice McKennis oder Leanne Smith. Nach einer starken Kombinationsabfahrt und dem zweiten Platz beim WM-Super-G sollte man auch Lara Gut auf dem Zettel haben. Welche ÖSV-Ladies mischen mit?
Diese Österreicherinnen starten:
Elisabeth Görgl
Die Titelverteidigerin hat ihre Liebe zur WM-Piste entdeckt. "So muss eine Abfahrt aussehen", sagte sie nach der Kombinationsabfahrt. Dort dokumentierte sie die ansteigende Form eindrucksvoll mit Platz drei. "Es war seit langem wieder ein guter Lauf. Die Piste taugt mir, ich habe mich gut gefühlt", sagt sie selbst. Abstimmungsprobleme haben bisher ihren Weltcupwinter geprägt. Dennoch zählt sie in der Abfahrt mit den jüngsten Leistungen in Schladming zum Favoritenkreis. Die restlichen Saisonabfahrten sollte die 31-Jährige ohnehin ausblenden: Bisher landete sie noch nie in den Top-Ten.
Anna Fenninger
Ganz anders Anna Fenninger, die bei den bisherigen fünf Weltcupabfahrten vier Mal (davon ein dritter Platz) unter die besten Zehn kam. Nach außen hin steckte sie die beiden Ausfälle in Super-G und Super-Kombi gut weg. Fenninger nahm vor allem das Selbstvertrauen aus der Abfahrt mit, wo sie mit Tina Maze ex aequo an der Spitze stand. "Ich darf das Negative nicht so dramatisch sehen, ich muss das Positive und Gute mitnehmen", erklärt Fenninger ihre mentale Lage.
Regina Sterz
Wer in der Abfahrt zwei Trainingsbestzeiten in den Schnee zauberte, steht zumindest auf der Watchlist für mögliche Medaillen. So ist es auch mit Regina Sterz. "Es macht mir Spaß, so kann es weitergehen", lautet die Ansage mit einem Lächeln im Gesicht. Derzeit hat sie auch allen Grund dazu, die Dinge positiv zu sehen. Kontinuierlich tastete sie sich in diesem Winter an die Elite heran. Seit Cortina (Platz fünf) gehört sie endgültig dazu. Das Ergebnis der Weltmeisterschaft 2011 wird sie wohl überflügeln können: Damals wurde sie lediglich 23.
Stefanie Moser
Moser fühlt sich auf der Piste wohl, nahm als eine von 22 Läuferinnen auch das abschließende Training am Samstag in Angriff. Wie viel Stellenwert ihr dort erreichter dritter Platz hat, wird sich zeigen. Immerhin glänzten beim Abschlusstraining zahlreiche Favoritinnen durch Abwesenheit. Dass ihr die Trainer den Qualifikationsdruck ersparten, scheint sich jedenfalls positiv auszuwirken. Vielleicht dankt sie es mit einer Medaille? Der Überraschungseffekt wäre jedenfalls groß.
Andrea Fischbacher
Fischbacher bekam nach dem letzten Training den Vorzug gegenüber Nicole Schmidhofer. Trotz eines bisher völlig verkorksten Winters bekam sie von den Trainern das Vertrauen, wohl auch wegen ihrer ansteigender Form. Erstes Indiz dafür war schon der gute neunte Platz im WM-Super-G. Fischbacher scheint ihre Krise überwunden zu haben. Eine Medaille in der Abfahrt, wäre der beste Beweis dafür.
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