Die Lauberhornabfahrt glänzt gerne mit Superlativen. Eindrucksvolle Bilder werden von der Strecke geliefert, über gut 4,5 Kilometer Piste rasen die Piloten mit rund 160 km/h, um dann mit brennenden Oberschenkeln im Ziel gerade noch den Blick auf die Anzeigetafel zu riskieren. Den glücklichsten Eindruck machte dabei noch Christof Innerhofer, der sich in Wengen den Sieg sichert.
"Es hilft mir, die Schmerzen zu verdrängen"
Denn mit Klaus Kröll nimmt der "Kapitän" des ÖSV-Abfahrtsteam nun so richtig Fahrt auf. Mit Platz zwei liefert er sein bisher bestes Saisonresultat ab, es ist der erste Podestplatz seit Lake Louise im November des vergangenen Jahres. Dass in Wengen auf Rang drei mit Hannes Reichelt ein weiterer ÖSV-Fahrer landete, macht dem zuletzt gebeutelten Herrenteam wohl zusätzlichen Mut. "Ich wollte unbedingt auf das Podium", sagt Kröll.
Der Ehrgeiz hat sich ausgezahlt: "Es war eine sehr gute Fahrt, ich habe den unteren Teil richtig gut erwischt." Mit jedem zusätzlichen Erfolgserlebnis weichen auch die Schmerzen seiner im Sommer erlittenen Verletzung, die ihn in der Vorbereitung zurückwarf. "Es ist noch nicht alles wieder so, wie es war, aber schon das erste Rennen auf dem Stockerl hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Nach Bormio (vierter Platz, Anm.), wusste ich, dass ich auch wieder Rennen gewinnen kann."
Dieser Glaube, gepaart mit seinem unbändigen Willen wird gerade in den nächsten Wochen wichtig. "Dieses Selbstvertrauen hilft mir die Schmerzen, die ich noch habe, zu verdrängen."
"Dachte, ich sei weiter hinten"
Kröll und Reichelt, beide werden in den nächsten Wochen wohl als größte Medaillenhoffnungen in der Abfahrt gehandelt werden. Reichelt, der in Bormio seinen ersten Abfahrtssieg feierte, freundet sich mit der Königsdisziplin immer besser an. Obwohl er in Wengen von seiner eigenen Leistung nicht gleich überzeugt war: "Ich dachte, dass weiter hinten sei. Der Rückstand ist zwar relativ groß, dennoch bin ich zufrieden, dass ich gesund herunten bin." Immerhin kommen bei den hohen Geschwindigkeiten "die Tore schon ganz schön schnell daher".
Mit ähnlicher Geschwindigkeit geht es auch im Weltcup weiter in Richtung WM. Bei den beiden Zugpferden ist die Vorfreude auf Kitzbühel naturgemäß groß. Kröll: "Es ist super, dass ich so weit vorne bin. Ich hoffe, dass ich in Kitzbühel auf dem Podest noch eine Stufe nach oben Steigen kann."








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