Dass es in Madonna di Campiglio für Marcel Hirscher gut laufen würde, war quasi vorprogrammiert. Zu eindeutig war die Sprache der Zahlen an diesem Tag: Mit Startnummer sieben ging er in den siebten Technikbewerb in dieser Saison und holte mit seinem Sieg den siebten Podestplatz in Folge in einem technischen Bewerb. Mit seinem Triumph zieht er ausgerechnet in "Tomba-City" mit dem großen Alberto Tomba gleich.
Hirscher knackt 21 Jahre alten Rekord
"So anstrengend wie heute war es schon lange nicht mehr", sagt Hirscher, der wie seine Konkurrenten mit der eisigen und harten Piste zu kämpfen hatte. "Es ist eine geile Geschichte", zeigte sich der ÖSV-Star glücklich. Hinter ihm landeten Felix Neureuther und - völlig überraschend - Naoki Yuasa aus Japan auf dem Podest. Gerade hinter dem Japaner verbirgt sich eine schier unglaubliche Geschichte, die selbst Sieger Hirscher imponiert. "Ich möchte Naoki gratulieren, er ist ein harter Kämpfer, das ist wirklich bewundernswert."
Yuasa und die Faust von Tyson
Yuasa erreichte mit dem dritten Platz sein bestes Weltcupresultat, der 29-Jährige sorgte somit erstmals seit sieben Jahren für einen Podestplatz Japans. Doch diese Zahlen sind wohl nur Nebensache. Yuasa kämpft sich mit einer lädierten Bandscheibe über die Weltcuppisten. In Madonna di Campiglio brach er nach seinen beiden Läufen im Ziel zusammen. Vor lauter Schmerzen flossen nach dem ersten Lauf gar Tränen.

Neben Hirscher der Mann des Tages: Naoki Yuasa
Sein österreichischer Trainer Christian Leitner berichtet: "Wir hatten schon Zeiten, da konnte er nicht sitzen, sogar das Atmen tut im weh. Ich wollte ihn nicht starten lassen, aber er ist 29 Jahre alt, er muss es selber wissen." Nach Durchgang eins habe sich Yuasa bei seinem Trainer noch entschuldigt. "Ich bin so schlecht gefahren", sagt er nach Angaben seines Trainers, der über den Gesundheitszustand seines Schützlings meint: "Er sieht aus, als hätte ihm Mike Tyson eine verpasst. Andere können mit so einer Verletzung nicht sitzen, er fährt einen Weltcupslalom. Er müsste zu einem Arzt, aber wie gesagt, er ist 29 Jahre alt, er muss es selber wissen."
Rennen von Todesfall überschattet
Die an sich gelungene Rückkehr von Madonna di Campiglio in den Weltcup wurde von einem Todesfall überschattet. Ein 70-jähriger Torriechter erlag einem auf der Strecke erlittenen Herzinfarkt.








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