Dieter Kalt ist wieder zurück im österreichischen Eishockey. Nur hat er die Schlittschuhe und den Schläger gegen eine Trainertafel eingetauscht und gibt fortan seine Kommandos von der Trainerbank und nicht mehr auf dem Spielfeld. sport10.at bat den Neo-KAC-"Co" zum Interview.
sport10.at: Wie lautet dein Resümee nach den ersten Spielen auf der KAC-Trainerbank?
Dieter Kalt: Es war natürlich optimal, besser hätte es mit den drei Siegen nicht verlaufen können. Vor allem auch die Art und Weise, wie wir gespielt haben, war über weite Strecken so, wie wir uns das vorgestellt haben.
Viele Dinge sind für mich natürlich noch gewöhnungsbedürftig, ich habe oft noch das Gefühl, dass ich die Ausrüstung selber noch anhabe. Viele Abläufe sind noch ein wenig ungewohnt, vor allem in der Vorbereitung. Aber im Großen und Ganzen fühlt es sich so an wie immer - mit der Atmosphäre in der Halle, den Kontakt zu den Spielern und alles was so in der Halle passiert. Das ist einfach etwas, was ich schon seit Jahren kenne.
Dieter Kalt über seine neue Rolle auf der Trainerbank
Was erwartet sich Neo-Coach Christer Olsson von dir?
Wir reden natürlich laufend über meine Aufgabe. Aber was mir bestimmt entgegen kommt, ist seine skandinavische Art, eine Mannschaft zu führen - also Teamarbeit. Es gibt zwar den Chef, der die Entscheidungen im Endeffekt trifft, aber er hört sich verschiedene Meinungen an und das gefällt mir. Wir arbeiten alle zusammen am gleichen Projekt und das ist wichtig, dass das von ihm auch so kommuniziert und gelebt wird.
Du passt eigentlich perfekt in die Rolle des Co-Trainers, da du erst vergangene Saison aufgehört hast.
Ja, das ist gerade in der jetzigen Phase, wo viel Unruhe in der Mannschaft war, ein großer Vorteil. Wenn jetzt jemand gekommen wäre, der weder die Mannschaft noch die Liga kennt, hätte es gedauert, bis ein richtiger Input hätte kommen können. Und bei mir ist es so, als wäre ich selber noch direkt dabei. Um jetzt Ruhe reinzubringen, ist das bestimmt eine sehr gute Lösung und für mich natürlich eine gute Chance.
Wie weit warst du in den letzten Monaten tatsächlich vom KAC weg, wieviel weißt du über die aktuelle Mannschaft und Situation Bescheid?
Vom Eishockey-Sport war ich nicht weg, da ich ja auch noch bei der U20 als Assistant-Coach gearbeitet habe. Vom KAC war ich aber schon weg, ich hatte zwar Kontakt mit den Spielern, aber sonst hatte ich nicht mehr so viel damit zu tun. Aber das sehe ich auch als Vorteil, weil ich im Kopf ganz frisch bin und von den ganzen Problemen, die sie zuletzt hatten, nicht direkt betroffen war. Dadurch, dass ich die Spieler noch sehr gut kenne, kann ich schnell vergleichen, wie es vorher war und was jetzt nicht passt.
Dieter Kalt
Der KAC liegt jetzt wieder auf dem vierten Platz. Davor lief es aber alles andere als nach Wunsch.Woran liegt das?
Es gibt innere Faktoren wie Verletzungen, die viel mitspielen und entscheidend sind, ob man Erfolg hat oder nicht. Außerdem ist die Liga bis auf zwei Mannschaften ganz eng beisammen. Man darf das jetzt nicht überbewerten. Es gab viele Unsicherheitsfaktoren beim KAC in den letzten Monaten, aber da wird jetzt einer nach dem anderen eingestellt, damit wir in Ruhe arbeiten können. Die Spieler sollen sich auf das konzentrieren können, was für sie wichtig ist und das ist die Leistung auf dem Eis. Um alles andere wird sich dann das Trainer-Team oder das Management kümmern.
Mit deinem Engagement als Co-Trainer hast du den nächsten Schritt beim KAC gemacht - dann kann der nächste Schritt nur Chef-Coach heißen, ist das ein Ziel von dir?
Nein, nicht unbedingt. Ich habe das jetzt nur gemacht, um der Mannschaft zu helfen und Erfahrungen zu sammeln. Ich habe ein gutes Verhältnis zu Christer Olsson und das war auch ein Mitgrund, warum ich zurück gekommen bin und nicht, weil ich Ambitionen auf den Chef-Trainer habe. Ich habe ja keinen Druck, dieser Job ist an mich herangetragen worden. Ich habe jetzt nicht verzweifelt nach irgendwas gesucht, meine Pläne gingen eigentlich in eine andere Richtung. Aber so kann ich das jetzt recht locker angehen und mit Spaß bei der Sache sein.
Wie ist eigentlich deine Rückkehr zum KAC verlaufen, dein Abschied war ja nicht gerade die feine Art? Ist die Vergangenheit vom Tisch?
Darüber was war, denke ich keine Sekunde nach. Ich brauche jetzt eine andere Energie. Die ganzen negativen Gedanken haben da jetzt keinen Platz. Wenn es ein Problem für mich gewesen wäre, hätte ich nicht ja gesagt. Für mich zählen jetzt andere Dinge.
Dieter Kalt hegt keinen Groll
Wie sieht es mit deiner Tätigkeit als U20-Assistant-Coach aus, kannst du diese jetzt noch weiter ausüben?
Das muss ich erst mit dem Verband besprechen. Mit der WM ist der Höhepunkt der Saison ohnehin vorbei. Es wäre im Februar jetzt noch ein U19-Trainingslager, aber da müssen wir schauen, ob ich da dabei bin.
Und wie war deine Zeit bei der U20, was konntest du für dich mitnehmen?
Es war eine tolle Erfahrung, es hat sich super angefühlt. Mit Jason O'Leary ist ein sehr guter Mann, der sehr viel auf Zusammenarbeit innerhalb des Trainerteams steht und nicht einer ist, der nur anschafft. Dadurch war ich aber auch von Anfang an sehr gefordert.








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