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groesseren Eier holen Superbowl

"Wer die größeren Eier hat, packt es"

D-Day in der NFL: Die Super Bowl steht auf dem Programm. Auf sport10.at blickt Puls4-Experte Pasha Asiladab ganz genau hin auf das Duell zwischen 49ers und Ravens.

Ballsport |  03.02.2013 | 16:38 |  Daniel Kendler

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Wenn die Super Bowl (Sonntagnacht live auf Puls4 und Sky) lockt, steht die restliche Sportwelt still. Gespannt richten sich die Blicke nach New Orleans, wo im Mercedes-Benz Superdome die heiligsten Stunden aller Football-Fans weltweit stattfinden. An Superlativen mangelt es dem Showdown zwischen den San Francisco 49ers und den Baltimore Ravens kaum. Das Brüderduell der Trainer Jim (49ers) und John Harbaugh (Ravens) ist dabei das Salz in der Suppe, das große Abschiedsspiel von Ray Lewis die Garnitur.

sport10.at blickte den beiden Teams vor dem großen Clash unter die Football-Rüstung und bekam dabei namhafte Unterstützung. Der ehemalige Receiver der Vienna Vikings beziehungsweise Blue Danube-Dragons und jetzige Puls4-Experte Pasha Asiladab macht den Check.

Ausgangslage: "Ravens macht ihre Rolle stärker"

Die Ravens: "Es ist sicher so, dass die 49ers aktuell als leichter Favorit gelten, aber das hat für die Ravens überhaupt nichts zu bedeuten. Sie sind gegen die Patriots als krasser Außenseiter ins Rennen gegangen und haben dann souverän gewonnen. Wenn man die Ravens in der bisherigen Saison und in den Playoffs verfolgt hat, sieht man, dass sie immer Außenseiter waren und sich dadurch auf einer mentalen Ebene stärker gemacht haben. Es dürfte ihnen also durchaus entgegenkommen, dass man ihnen nicht allzu viele Chancen einräumt. Darauf werden sie aufbauen."

(c) GEPA Pictures Der Experte: Pasha Asiladab
Der Experte: Pasha Asiladab

Die 49ers: "Sie haben eine sehr gute regular Season gespielt, auch wenn sie zum Schluss etwas geschwächelt haben, konnten sie in den Playoffs wieder Gas geben. Sie gehen verdient als leichter Favorit in die Super Bowl. Auf dem theoretischen Wege haben sie ein paar mehr Waffen, als die Ravens, auch wenn es dann auf dem Feld immer etwas anderes ist. "

Prunkstücke: "Die 49ers haben mehr Waffen"

(c) REUTERS

"Wenn man sich die Charakteristik der beiden Mannschaften in den letzten Jahren ansieht, dann legen sie beide extrem viel Wert auf eine starke Defense. Bei den Ravens liegt es mit der guten Linebacker-Unit und der tollen Passverteidigung auf der Hand, jedoch stehen ihnen die 49ers kaum etwas nach. Sie haben mit Aldon Smith und Patrick Willis zwei der besten Abwehrspieler der NFL in ihren Reihen. In den letzten Wochen drehte sich bei ihnen viel um Kaepernick und Co., doch sie haben eben auch eine bärenstarke Defense. Natürlich sind sie eine Spur schwächer als die Ravens, aber daraus würde ich keine schwache Abwehr machen."

"Der Vorteil der 49ers ist, dass sie in der Offense ein paar Waffen mehr haben. Etwa mit Vernon Davis, Frank Gore, Michael Crabtree oder Randy Moss. Da ist viel Erfahrung im Spiel. Es ist verdammt eng, immerhin haben uns die Ravens alle vor zwei Wochen Lügen gestraft. Vom theoretischen Standpunkt aus gesehen, sind die 49ers besser besetzt."

Sonderfall: "Brüder können sich kaum überraschen"

(c) REUTERS

"Das Bruderduell ist emotional eine ganz tolle Geschichte, die lässt sich super verkaufen. Für den Football-Fan an sich ist es eher ein Nachteil, weil sich die beiden kaum überraschen können. Ich erwarte zunächst keine Überraschungen, außer es greift jemand in die Trickkiste, dafür ist die Super Bowl zu groß. Die Super Bowl ist an sich schon sehr von vorsichtig geprägt, dass wird bei diesem Spiel nochmals etwas mehr der Fall sein. Ein Highscoring-Festival erwarte ich eigentlich nicht. Offen gesagt: Wer die größeren Eier hat, wird es packen."

Quarterbacks: "Für Flacco wird es entscheidend"

(c) GEPA Pictures

Joe Flacco, der Unterschätze: "Er spielt nicht anders als er sonst spielt, jetzt ist er - vor allem in den Spielen wo es darauf ankommt - auch erfolgreich. In seiner gesamten Karriere ging es bisher nur darum, dass er keinen Fehler macht und sie weiter kommen. Das Spiel gegen die Patriots hat mir sehr imponiert. Er hat dabei nicht nur keine Fehler fabriziert, sondern hat richtig gut gespielt. Er hat das Spiel zugunsten seiner Mannschaft entscheiden können. Wenn er jetzt noch die Super Bowl gewinnt, traut sich keiner mehr zu sagen, dass er kein guter Quaterback ist. Er muss sich noch ein Mal beweisen."

"An Flacco haftet das Image von Eli Manning, der hat bereits zwei Mal die Super Bowl gewonnen und man ist immer noch nicht von ihm überzeugt. Man darf nicht den Fehler machen und Joe Flacco schlecht reden. Er wird nie ein Joe Montana oder Everybodys-Darling sein - vielleicht macht genau ihn genau das stark. Die Super Bowl ist eben die größte Bühne, wenn er hier verliert ist Flacco unten durch. Ob er ein großer Quaterback wird, entscheidet sich am 3. Februar."

(c) GEPA Pictures

Colin Kaepernick, der Aufsteiger: "Weil wir zuvor von großen Eiern sprachen, bei ihm trifft dieser Spruch definitiv zu (lacht). Wahnsinn, er ist aus dem Nichts gekommen, war eigentlich nur der Backup von Alex Smith, der letztes Jahr eine gute Saison gespielt hat. Es war nichts überragendes, aber es gab keinen Grund ihn auszuwechseln. Dann kam eine kleine Verletzung und plötzlich war ein neuer Star geboren. Der spielt das runter, als wäre er schon seit Jahren dabei und bringt sein Team in die Super Bowl. Bei ihm hast du das Gefühl, als hätte er keine Nerven."

Die Experten-Tendenz?

"Schwierig! Ich halte es für für äußerst ausgeglichen. Ich würde es natürlich Ray Lewis gönnen, wenn er in seinem letzten Spiel nochmals die Super Bowl gewinnt. Es wäre ja die typische amerikanische Geschichte. Wenn ich es sachlich und kühl betrachte, sind eher die 49ers meine Favoriten. Die Entwicklung der Mannschaft in den letzten zwei oder drei Jahren ist unglaublich. Sie waren eine ziemliche Looser-Trupper, erst mit Coach Jim Harbaugh ist der Erfolg eingekehrt. Sie haben letztes Jahr im Confrence-Finale schon angeklopft, stehen jetzt in der Super Bowl. Ich würde es ihnen gönnen."