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Ullrich Dopingsuender entlarvt

Ullrich: "Es war ein Fehler"

Der Internationale Sportgerichtshof CAS sieht es als erwiesen an, dass Jan Ullrich gedopt hat. Ein Teil seiner Erfolge wurde deswegen annulliert. Der Ex-Radrennfahrer akzeptiert das Urteil.

mehr Sport |  10.02.2012 | 09:13 |  Radoslaw Zak

In Lausanne sah der Internationale Sportgerichsthof Jan Ullrichs Schuld aufgrund Verwicklungen in die Doping-Affäre um den Mediziner Eufemania Fuentes als erwiesen an. Der spanische Arzt verkaufte seit mindestens 2003 unerlaubte, leistungssteigernde Mittel an Fahrer aus der internationalen Radsportszene.

Urteil nach sechs Jahren

Alle Ergebnisse Ullrichs seit Mai 2005 wurden annulliert, unter anderem sein dritter Platz bei der Tour de France 2005 und sein Sieg bei der Tour de Suisse 2006. Sein Sieg bei der Tour de France 1997 ist vom Urteil jedoch nicht betroffen. Die zweijährige Sperre (der Rad-Weltverband UCI forderte eine lebenslange) dürfte den mittlerweile 38-Jährigen nicht sonderlich kümmern - er beendete seine aktive Karriere 2007.

Es ist albern, dass solch ein Urteil erst sechs Jahre nach seinem letzten Rennen gefällt wird.
Rolf Aldag

Trotz aller Unschuldsbeteuerungen muss Ullrich nun das Urteil hinnehmen, vor dem Richterspruch verkündete er: "Ich werde danach noch einmal Stellung nehmen, dann schließe ich mit dem Thema für immer ab."

Pikanter Nebenaspekt ist die aktuelle Tätigkeit des Rostockers. Für die Haarpflegefirma Alpecin, die jahrelang mit dem Spruch "Doping für die Haare" für Aufsehen sorgte, ist er Werbebotschafter. Rolf Aldag, ehemaliger Teamkollege beim Telekom-Team, versteht den Schuldspruch nicht: "Es ist albern, dass solch ein Urteil erst sechs Jahre nach seinem letzten Rennen gefällt wird." Ullrich, der zeit seiner Karriere mit Gerüchten zu kämpfen hatte, gilt nun offiziell als Dopingsünder.

Kein Schuldeingeständnis

Das Urteil wird er aber nicht anfechten. "Nicht, weil ich mit allen Punkten in der Urteilsbegründung übereinstimme, sondern, weil ich das Thema endgültig beenden möchte", so Ullrich in seiner Stellungnahme. Der Schlussstrich unter die Vergangenheit ist aber nicht gleichbedeutend mit einem Geständnis, er gab nicht direkt zu, gedopt zu haben, sondern nur in Kontakt mit dem umstrittenen Fuentes gestanden zu haben.

"Ich weiß, dass das ein großer Fehler war, den ich sehr bereue. Für dieses Verhalten möchte ich mich bei allen aufrichtig entschuldigen – es tut mir sehr leid", rechtfertigte sich Ullrich.


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