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In Linz zerrinnt's
von Tom Hofer
Mit der Entscheidung, das Länderspieljahr 2012 gegen Drogba und Co. in Linz auslaufen zu lassen, hat sich der ÖFB ein Eigentor geschossen. Mickriges Fassungsvermögen, keine Stimmung wegen der störenden Laufbahn und dem nach wie vor nicht geschlossenem Oval und noch dazu ein Rasen, der in einem erbärmlichen Zustand ist - die Gugl ist komplett gaga!Auch wenn das Stadion angeblich gerade für 30 Millionen Euro "modernisiert" worden ist - in der Sportstadt Linz darf sobald kein Länderspiel mehr steigen.
Doch Linz ist nur die Spitze des Eisbergs. ÖFB-Präsident Leo Windtner hat kürzlich beim Medien-Stammstisch, wo die Stadionmisere klarerweise auch ein Thema war, mit folgendem Zitat aufhorchen lassen: "Wien muss aufpassen, dass das Happel-Stadion nicht bald zu einem ähnlichen Fall wird wie das Stadion in Linz."
Starker Tobak, doch Windtner hat mit seiner Ansage völlig recht. Auch das Happel-Stadion ist längst nicht mehr zeitgemäß. Die Jahrhundert-Chance, anläßlich der Heim-EURO 2008 eine moderne Arena im Prater zu errichten, mit der man sich ohne schämen zu müssen auch wieder einmal für ein Europacup-Finale bewerben könnte, scheiterte unter anderem auch am Denkmalamt.
Wo man hinschaut, gibt's Probleme mit den Spielstätten. In Graz entsprechen abgesehen von allen übrigen Mängel vor allem die VIP-Räumlichkeiten nicht mehr dem international geforderten Ansprüchen. Klagenfurt ist viereinhalb Jahre nach der EURO immer noch eine Baustelle und ohne Klub, der auch nur annähernd das halbe Stadion füllen könnte. Bleibt Innsbruck, wo nach dem Rückbau 15.200 Zuschauer Platz haben. Immerhin ist das ÖFB-Team dort noch unbesiegt - allein das spricht schon für das Tivoli-neu. Und natürlich Salzburg, wo man sich die ganze Diskussionen um einen sauteuren Rückbau nur deshalb erspart hat, weil der im Fußball so gern gescholtene Didi Mateschitz das Stadion finanziert.
Mit Millionen, die Rapid für ein neues Hanappi-Stadion (würde der Name dann überhaupt noch taugen?) dringend benötigen würde. Es ist zu befürchten, dass es im Westen Wiens zu einer österreichischen Lösung kommen wird. Ein paar Pinselstriche da, ein paar neue bunte Sessel da - nur ja keine zukunftsweisende Lösung. Dass Rapid-Boss Edlinger überhaupt das Wort Neubau in den Mund genommen hat, war angesichts der kritischen Fan-Meinung zu diesem Thema schon mutig.
Als ich mit dem ehemaligen grün-weißen Sportdirektor Alfred Hörtnagl vor zwei Jahren in einem Interview für das Sportmagazin auf die Stadion-Problematik zu sprechen kam, war er Feuer und Flamme für sein Projekt. Hörtnagl schwärmte von einer neuen, moderne 30.000er-Arena, das Erdwärme, Sonne, Regenwasser nutzen und eine Vorzeigeprojekt für ganz Europa werden sollte. Hörtnagl überlegte damals lange, ob er seine Ansagen aus dem Interview streichen sollte. Denn für Visionäre ist kein Platz in diesem Land.








Tom Hofer


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