10:02

Schuld ist immer der Arnautovic
von Stefan Weger
Die ersten Minuten waren eigentlich recht ansehnlich. Durch frühes Pressing wurde der Gegner unter Druck gesetzt und zu Fehlern gezwungen. Österreich hatte Wales im Griff und erspielte sich einige gute Chancen. Doch dann riss der Faden. Mit Gareth Bale hatten die Waliser einen Spieler in ihren Reihen, der die österreichische Defensive vor große Probleme stellte und das Spiel quasi im Alleingang entschied.
Keine Frage, der Waliser war der beste Mann auf dem Platz. Dass Markus Suttner gegen Bale schlecht aussah, ist nicht überraschend. Denn der Spieler von Tottenham Hotspur bereitet im Moment nahezu jedem Gegenspieler Kopfzerbrechen.
Bei den Österreichern erreichte eigentlich kaum einer Normalform. David Alaba blieb unter seinen Erwartungen, die Abwehr um Emanuel Pogatetz, dem die Spielpraxis fehlt, und Sebastian Prödl, ist alles andere als sattelfest und Veli Kavlak erwischte ebenfalls einen gebrauchten Tag. Kritisiert wird nach Spielende aber einer, der mit Abstand der beste Österreicher war.
Marko Arnautovic musste sich wieder einmal so einiges gefallen lassen. Scheinbar ist es Mode, nach mittelmäßigen Auftritten der ÖFB-Elf Arnautovic zu kritisieren. Ganz schön hart für einen erst 23-Jährigen.
Lustlos würde er über den Platz traben und abspielen würde er sowieso nie. Die Wahrheit sieht aber anders aus. Wenn von einem Spieler Gefahr ausging, dann war das von Arnautovic. Oft hatte er gar keine Anspielstation, weil sich die Mitspieler nicht bewegten und dadurch keine Räume öffneten.
Klar, seine Körpersprache ist oft aufreizend und arrogant. Aber ist es nicht Arnautovic, der den Unterschied ausmachen kann? Ich sage ja!
Die Niederlage in Wales zeigte eines aufs Neue: Sich für die WM-Endrunde zu qualifizieren, wird verdammt schwer werden. Das steht aber nicht erst seit gestern fest.








Stefan Weger


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