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Markus Geisler

18.09.2011
15:21

Wir brauchen Favre-Fußball

von Markus Geisler

Der Schweizer ist der Prototyp dessen, was der ÖFB jetzt nötig hat.

Seit dem überfälligen Abgang von Didi Constantini wird darüber diskutiert, welche Art Teamchef Österreich braucht. Jung und modern? Alt und erfahren? Konzept oder Bauch? Völlig wurscht! Wer in den vergangenen sechs Monaten den deutschen Fußball verfolgt hat, weiß: Wir brauchen einen Typen wie Lucien Favre!

Was der Schweizer innerhalb eines halben Jahres aus Borussia Mönchengladbach gemacht hat, ist schier unglaublich. Aus der Schießbude der Liga (56 Gegentore in 22 Spielen) formte er ein Fort Knox (12 Tore in 18 Spielen), aus einem Hühnerhaufen-Mittelfeld ein geordnetes Ballett, aus einem Chancenvernebler-Ensemble einen Angriff so effektiv wie die Scharfschützen der MI6. Und der Clou: Das Ganze mit einem Personal, das seinem Vorgänger fast exakt so auch zur Verfügung stand. Favre-Fußball ist mittlerweile ein Qualitätssiegel im deutschen Fußball.

Favre macht vor, was mit einem klar definierten taktischem Konzept, akribischer Arbeit und einer passenden Selbsteinschätzung auch mit bescheidenen Mitteln möglich ist. Also genau das, was diese österreichische Mannschaft braucht. Leo Windtner kann den Lebenslauf des 53-Jährigen nehmen und 1:1 in das Anforderungsprofil des neuen Teamchefs kopieren. Natürlich, Typen wie Favre stehen nicht an jeder Ecke. Aber bevor Borussia zugriff, war auch er 17 Monate arbeitslos. Es ist also nicht unmöglich, so jemanden zu erschwinglichen Konditionen zu finden.

P.S.: In der aktuellen SportWoche gibt es eine ausführliche Geschichte über den Erfolgsrun von Borussia Mönchengladbach.

 

 


  1. Ist seit 2006 Redakteur bei der SportWoche

  2. War 3 Jahre lang stolzer Dauerkartenbesitzer bei Borussia Mönchengladbach

  3. Hat in Südafrika die bewegendste WM aller Zeiten erlebt

  4. Kocht für seine Frau und 2 Kinder am liebsten Chicken Wings

  5. Hat im Jahr 2009 exakt 574.396 Zeichen für den Sportverlag verfasst

  6. Ging schon als Verteidiger im Ruhrpott dahin, wo es weh tat

  7. Erinnert sich sehr gerne an seine Audienz bei Kaiser Franz

  8. Genießt kultige Fußballabende auf der Friedhofstribüne

  9. Kickte in London schon einmal mit Cesc Fabregas

  10. Entlockte Paul Scharner den Sager: „Mein Patriotismus wurde zerstört!“