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Barazite: Rückkehr von "Mr. Sexy"
von Daniel Kendler
Zugegeben, die ständigen Gerüchte rund um die Rückkehr von Nacer Barazite zur Austria haben mich lange kalt gelassen. Ich hielt das Unterfangen für ziemlich abwegig. Erst als Thomas Parits und die Veilchen in der Türkei bei der Rückholaktion ordentlich aufs Gas drückten, habe ich mich der Materie auseinandergesetzt. Und jetzt, wo alles unter Dach und Fach ist, beginnt es erst so richtig interessant zu werden.
Die Situation ist durch und durch prickelnd: Am 31. Jänner 2011 wurde sein Transfer zur Austria fixiert, ebenso wie jetzt im Traininglager in der Türkei. Was gab es damals schon über ihn zu sagen? Ein Googlefenster ließ einen oberflächlichen Blick auf den Spieler Barazite zu: Zweifelsohne ein großes Talent, dass aber durch die - für ihn - ungerechtfertige Ausbootung von Arsene Wenger bei Arsenal aus der Karrierebahn geworfen wurde.
Beschäftigte man sich in Österreich zunächst noch mit der korrekten Aussprache seines Namens ("Nazer", "Nazzer" - Barazite - mit Betonung auf dem "e" oder nicht?), wird er innerhalb kürzester Zeit schnell zum Programm. Er hat sich im österreichischen Fußball einen Namen gemacht. Aussagen wie: "Ich will sexy Fußball spielen" im ersten großen sport10.at-Interview und der dazu passenden Spielweise, bei der er lieber einen Haken zu viel macht, als zu wenig, hoben ihn gemeinsam mit seinen Toren schnell an die Spitze der Liga.
Doch welchen Barazite sehen wir jetzt? Er ist kein gescheitertes Talent mehr, welches nur überraschen kann. Er kommt nicht mehr in eine Liga, die er vor seinem ersten Engagement nicht mal vom Hörensagen kannte. Er hat eine sportlich bedeutungslose Zeit in Monaco hinter sich. Barazite wird sagen, dass er viele nützliche Erfahrungen machte, doch es wird auch an seinem Selbstvetrauen genagt haben.
Hier könnte Peter Stöger zum Glücksfall werden. Versteht es Barazite, sich dem neuen Trainer auch als Mensch zu öffnen, wird er davon profitieren. Vielleicht darf man nicht gleich in den ersten Runden Wunderdinge von ihm erwarten. Doch es wird wieder die Zeit kommen, um über "sexy Football", die Anzahl seiner Übersteiger oder seinen falschen Wikipedia-Eintrag zu witzeln. Davon bin ich überzeugt.








Daniel Kendler


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