sportmagazin
sportmagazin
sportwoche
toptimes

Loggen Sie sich bitte ein!

Christoph König

31.01.2012
11:45

Martin Koch zittert um Karriere

von Christoph König

Ein Wirbelsäulen-Leiden stellt den ÖSV-Adler vor große Probleme.

Beim ganzen Hype um unsere Superadler war folgender Satz in den Medien bestenfalls eine Randnotiz: "Martin Koch startet nicht bei den Weltcups in Japan." Tatsächlich hätte sich die Absage des Österreichischen Springers mit dem besten Fluggefühl so manche Schlagzeile verdient.

Denn der Grund dafür waren nicht nur ein paar kleine Rückenproblemchen. Tatsächlich gefährden sie mittlerweile sogar die Karriere des Team-Olympiasiegers von 2006 und Skiflug-Vizeweltmeisters von 2008, wie er in einem ausführlichen Interview in der aktuellen SportWoche erklärt.

Der Grund ist Skoliose, eine Wirbelsäulen-Schiefstellung, die er bereits seit Kindheitstagen hat. Zum Problem wurde sie erst im Alter. Jahrelanges Schnellkrafttraining mit schweren Gewichten am Rücken führte zu Abnützungserscheinungen, die sich jetzt leider immer mehr bemerkbar machen. Koch, der gerade erst seinen 30. Geburtstag feierte, muss sein Training radikal umstellen.

Das Kreuz macht ihm so zu schaffen, dass derzeit nur 50 Prozent Training und 50 Prozent Therapie möglich sind. Was das für einen Spitzensportler heißt, kann man sich vorstellen. Besonders für den Villacher, der nie zu den Sprungkräftigsten zählte. Bei seiner flachen Flugkurve und dem immer kürzer bemessenen Anlauf entscheidet schon etwas mehr Power, ob er am Vorbau landet oder über die Hill-Size segelt.

Mit Österreichs starkem Trainerteam und seinem Stützpunktcoach Heinz Kuttin arbeitet Koch nun fieberhaft daran, sein Leiden in den Griff zu kriegen. Als Motivationsspritze dient sein großes Ziel, die Skiflug-WM in Vikersund. In Predazzo steigt er am Wochenende wieder in den Weltcup ein. Doch Koch gibt sich keinen Illusionen hin.

Er weiß, dass die Rückenprobleme sein baldiges Karriere-Aus bedeuten könnten und stellt klar fest, dass er lieber aufhört, bevor die Sache so schlimm wird, dass es seine Lebensqualität auf Dauer beeinflusst. Das ist nur vernünftig. Österreich würde aber eine seiner besten und charismatischten Sportlerpersönlichkeiten abhanden kommen.

Zumindest gibt es erste positive News. Via Facebook beruhigte Koch seine Fans, er habe die Rückenprobleme derzeit einmal im Griff. Die SportWoche erreichte ihn gerade telefonisch: "Viele Leute haben sich auf eure Story hinauf gemeldet. Das hat mich sehr gefreut. Denn ich bin keiner, der gleich losjammert, wenn es mal zwickt. Aber wenn das Problem beginnt sich massiv auf meine sportliche Leistung auszuwirken, muss ich es ansprechen."

Akut könnte er einmal Entwarnung geben, aber "Ich weiß, wenn ich nicht aufpasse und meine alten Übungen mache, sind die Probleme sofort wieder da." Zusammen mit ÖSV-Trainer Alex Diess ist er dabei neue Möglichkeiten zu finden, die für das Springen so wichtigen Schnellkraftübungen für die Beine durchzuführen, ohne den Rücken extrem zu belasten. Es ist schwer, aber Koch lässt sich nicht unterkriegen. Deshalb kann man dem sympathischen Kärntner auf seinem Weg nur alles Gute wünschen.

  1. Heuerte im Jahr 2000 bei der SportWoche an und ließ dafür im letzten Moment ein Praktikum bei Radio Energy sausen

  2. Genießt seine Rolle als Redaktions-Chamäleon: Im Sommer grün (Fußball), im Winter blau (Skispringen, Snowboard, Kombi)

  3. Ist einen Wien-Marathon gelaufen (kam mit fürchterlichen Schmerzen ins Ziel)

  4. Entdeckte 1986 seine Leidenschaft für Sportübertragungen während der Fußball-WM in Mexiko

  5. Hat nur das Panini-Album von 1986 fertiggestellt, findet es aber nicht mehr

  6. Ist der einzige Wiener bei der SportWoche, obwohl die SportWoche ihren Sitz in Wien hat

  7. Schloss Publizistik und Geschichte-Studium neben der Arbeit ab und das in nur 10 Jahren :-)

  8. Hat ein Originalautogramm von Kazuyoshi Funaki, das er bis heute nicht lesen kann

  9. Bewarb sich bei der SportWoche, indem er seinen Kopf in ein Superman-Bild montierte. Text: "Ich fliege zu euch, setzt mich ein, auch wenn es nur für Kopierarbeiten ist."

  10. Scheitert täglich beim Versuch seine Freundin für Sportberichte zu begeistern, nicht einmal seine Diplomarbeit "Qualität in der Sportzeitschrift" half dabei