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Christoph König

21.01.2013
12:55

Rabenschwarzer Tag für Brady

von Christoph König

Ravens – 49ers, die Superbowl wird zur „Har-bowl“

Ravens gegen 49ers ¬ die NFL hat ihr Traumfinale. Denn erstmals in der Geschichte des American Football werden sich im Super Bowl zwei Brüder auf der Trainerbank gegenüber stehen. Was Baltimore-Coach John Harbaugh und sein ein Jahr jüngerer Bruder, San Francisco Headcoach Jim Harbaugh mit ihren Teams am Weg ins Endspiel geleistet haben, ist wahrhaft meisterlich. Die Ravens eliminierten mit Payton Manning und Tom Brady die Quarterback-Legenden schlechthin. Matchwinner war in beiden Partien ausgerechnet ihr ewig unterschätzter Spielmacher Joe Flacco (Story in der aktuellen SportWoche).

Was für eine Geschichte, dass im AFC-Final ausgerechnet New England abgeschossen wurde, war John Harbaugh doch schon 2004 mit den Philadelphia Eagles im Superbowl 39 mit 21:24 an den Patriots gescheitert ¬ durch eine Interception im allerletzten Drive. Nicht weniger bitter für den älteren Harbaugh-Brother: Die Niederlage im Vorjahr mit den Raben im AFC-Championship-Game, wieder gegen New England (20:23) und wieder durch einen verpatzen letzten Drive in dem Kicker Billy Cundiff elf Sekunden vor dem Ende ein 32-Yard-Fieldgoal zum Ausgleich versemmelte. Diesmal erlebte New England im eigenen Foxborough Stadium einen - im wahrsten Sinne des Wortes - rabenschwarzen Tag.

Nicht weniger beeindruckend wie Jim Harbaugh mit San Francisco über seine Gegner marschierte. Herausragend die Performance des 25-Jährigen Colin Kaepernick, der erst nach einer Verletzung von Starting-Quarterback Alex Smith in Saisonwoche 10 seine Chance bekam. Er nützte sie - und wie! In seiner ersten Playoffpartie gegen Green Bay, zerlegte er die Packers mit seinen Läufen und schraubte den NFL-Rekord an Running Yards für einen Quarterback auf unfassbare 181. Und als die ganze Football-Welt noch über das unberechenbare Read Option Play der 49ers staunte, brachte Kaepernick, der mit einem 148 km/h schnellen Fastball in der Highschool noch als extrem talentierter Baseball-Pitcher für Aufsehen sorgte, gegen Atlanta seine scharfen Pässe bombensicher an den Mann (233 Yards, 1 Touchdown).

Diesmal zogen die 49ers ihr Spiel auf Top-Tightend Vernon Davis (in der Regular Season für seine Verhältnisse eher unauffällig) und Star-Runningback Frank Gore (90 Yards, zwei Touchdowns) auf. Kaepernick, Gore, Davis, Crabtree, Moss, James ¬ ob es den von Defensive-Star Ray Lewis angeführten Ravens gelingt, San Franciscos zahlreiche Offensivwaffen zu stoppen, wird erst Super Bowl 47 am 3. Februar in New Orleans zeigen. Brisant: 49ers Offensive-Coordinator Greg Roman, über dessen kreatives Playcalling die ganze Liga staunt, verließ die Ravens 2006/07 nach nur einer erfolglosen Saison.

 

  1. Heuerte im Jahr 2000 bei der SportWoche an und ließ dafür im letzten Moment ein Praktikum bei Radio Energy sausen

  2. Genießt seine Rolle als Redaktions-Chamäleon: Im Sommer grün (Fußball), im Winter blau (Skispringen, Snowboard, Kombi)

  3. Ist einen Wien-Marathon gelaufen (kam mit fürchterlichen Schmerzen ins Ziel)

  4. Entdeckte 1986 seine Leidenschaft für Sportübertragungen während der Fußball-WM in Mexiko

  5. Hat nur das Panini-Album von 1986 fertiggestellt, findet es aber nicht mehr

  6. Ist der einzige Wiener bei der SportWoche, obwohl die SportWoche ihren Sitz in Wien hat

  7. Schloss Publizistik und Geschichte-Studium neben der Arbeit ab und das in nur 10 Jahren :-)

  8. Hat ein Originalautogramm von Kazuyoshi Funaki, das er bis heute nicht lesen kann

  9. Bewarb sich bei der SportWoche, indem er seinen Kopf in ein Superman-Bild montierte. Text: "Ich fliege zu euch, setzt mich ein, auch wenn es nur für Kopierarbeiten ist."

  10. Scheitert täglich beim Versuch seine Freundin für Sportberichte zu begeistern, nicht einmal seine Diplomarbeit "Qualität in der Sportzeitschrift" half dabei