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Christoph König

24.11.2012
20:04

Eine Majestätsbeleidigung

von Christoph König

Morgenstern nur Ersatz ist wie Ronaldo auf der Bank.

Christoph König berichtet aus Lillehammer

Stellen Sie sich vor Real-Trainer Jose Morinho würde seinen größten Star Cristiano Ronaldo auf der Bank schmoren lassen. So ungefähr muss es für Alex Pointner gewesen sein beim Mixed-Bewerb auf Thomas Morgenstern zu verzichten. Schlierenzauer oder Morgenstern? Das ist so, als hätte man Messi und Ronaldo im Kader, aber nur einer dürfte spielen. Pointner entschied sich bei der Weltcup-Premiere in Lillehammer für das Duo Kofler und Schlierenzauer. Doppelt bitter, dass Ersterer dann auch noch wegen einem zu weitem Anzug disqualifiziert wurde.

Morgenstern machte es wie ein Fußballer. Er gab die Antwort am Platz bzw. auf der Schanze, flog zu Platz zwei auf der Normalschanze. Hat ihn die Wut im Bauch beflügelt? Möglich. Nach dem Springen strahlte er zwar zunächst in die Journalistenrunde, der Stachel der Nichtnominierung am Vortag saß aber noch so tief, dass er seiner Enttäuschung darüber nicht verbergen konnte. "Ich sage dazu lieber nichts, sonst sage ich noch was Falsches", legte er sich selbst einen Maulkorb um. Dann meinte er aber doch noch süffisant: "Mir wurde kein Grund genannt, dass ich nicht dabei bin." Klingt ganz wie bei einem Fußballer, der von seinem Coach nicht erklärt bekommt, warum er nicht in der Startelf steht.

Der neue Mixed-Bewerb birgt also weit mehr Brisanz, als man vermuten möchte. Er macht es für Alex Pointner extrem schwer. Vier aus sieben auszuwählen ist bei der Stärke dieses Teams bei weitem nicht so krass, wie zwei aus vier. Nicht auszudenken, was erst los ist, wenn sich vor dem Mixed-Bewerb bei der WM in Val die Fiemme mehr als zwei Springer absolut aufdrängen und wieder ein Star auf der Strecke bleibt. Dann ist die Hölle los!

  1. Heuerte im Jahr 2000 bei der SportWoche an und ließ dafür im letzten Moment ein Praktikum bei Radio Energy sausen

  2. Genießt seine Rolle als Redaktions-Chamäleon: Im Sommer grün (Fußball), im Winter blau (Skispringen, Snowboard, Kombi)

  3. Ist einen Wien-Marathon gelaufen (kam mit fürchterlichen Schmerzen ins Ziel)

  4. Entdeckte 1986 seine Leidenschaft für Sportübertragungen während der Fußball-WM in Mexiko

  5. Hat nur das Panini-Album von 1986 fertiggestellt, findet es aber nicht mehr

  6. Ist der einzige Wiener bei der SportWoche, obwohl die SportWoche ihren Sitz in Wien hat

  7. Schloss Publizistik und Geschichte-Studium neben der Arbeit ab und das in nur 10 Jahren :-)

  8. Hat ein Originalautogramm von Kazuyoshi Funaki, das er bis heute nicht lesen kann

  9. Bewarb sich bei der SportWoche, indem er seinen Kopf in ein Superman-Bild montierte. Text: "Ich fliege zu euch, setzt mich ein, auch wenn es nur für Kopierarbeiten ist."

  10. Scheitert täglich beim Versuch seine Freundin für Sportberichte zu begeistern, nicht einmal seine Diplomarbeit "Qualität in der Sportzeitschrift" half dabei