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Koller interessiert mich nicht

Koller: "Was war, interessiert mich nicht"

Marcel Koller hat den Kader für das Finnland-Länderspiel bekannt gegeben. Warum er Gyuri Garics einberief, Robert Almer wieder dabei ist und warum Jonathan Schmid derzeit kein Thema ist.

Nationalteam |  21.02.2012 | 13:37 |  Stefan Weger

SPORTMAGAZIN-Coverheld und Teamchef Marcel Koller nominierte am Dienstag seinen Kader für das Länderspiel gegen Finnland, das am Mittwoch (29. Februar) in Klagenfurt über die Bühne geht. Was sich Koller von dem Ländermatch erwartet und warum er auf Lukas Königshofer und Jörg Siebenhandl verzichtete und warum Gyuri Garics wieder dabei ist.

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Sportmagazin: Die Story-Highlights

Herr Koller, Sie haben Guido Burgstaller zum ersten Mal nominiert, mit Gyuri Garics, Jakob Jantscher und Yasin Pehlivan sind drei Rückkehrer dabei. Warum haben Sie sich für diese Vier entschieden?

Marcel Koller: Ich habe die Spieler beobachtet und wir haben als Trainerteam entschieden, dass sie jetzt dabei sind. Wir haben ja schon beim ersten Zusammensein gesagt, dass wir den Kader ein bisschen ausweiten wollen. Gerade wenn man Freundschaftsspiele hat, kann und muss man testen. Wir lernen die Menschen kennen und auch den Spieler selber besser. Sie haben sich mit guten Leistungen aufgedrängt und deswegen wurden sie nominiert.

Jetzt will ich ihn kennenlernen und sehen, wie er sich bewegt, wie er sich auch außerhalb des Platzes verhält.
Marcel Koller über Gyuri Garics

 Gyuri Garics hatte mit ihrem Vorgänger Didi Constantini Probleme gehabt, war deswegen nicht dabei. Seine spielerische Klasse und taktischen Fähigkeiten sind aber unbestritten groß. Ist er der erhoffte Mann für die rechte Abwehrseite?

Die Spiele, die ich gesehen habe, waren gut. Da hat er gezeigt, was er kann. Vor allem im taktischen Bereich, auf das wird in Italien ja großen Wert gelegt. Jetzt will ich ihn kennenlernen und sehen, wie er sich bewegt, wie er sich auch außerhalb des Platzes verhält. Er hat ja schon Nationalteam-Erfahrung.

Haben Sie mit ihm über die Constantini-Geschichte gesprochen?

Nein, das habe ich nicht. Was vor mir war, ist für mich nicht relevant. Ich habe mit ihm telefoniert und ihm mitgeteilt, dass ich ihn kennenlernen will. Alles andere will und möchte ich nicht beurteilen.

Ist Jonathan Schmid vom SC Freiburg ein Thema?

Nein, er ist kein Thema.

Warum?

Weil er keinen österreichischen Pass hat.

Robert Almer ist wieder einberufen, obwohl er eigentlich nicht spielt. Warum haben Sie auf Lukas Königshofer oder Jörg Siebenhandl verzichtet?

Für Almer spricht, dass er beim ersten Länderspiel gespielt hat und das auch gut gemacht hat. Das zeigt mir, dass man nicht unbedingt Spielpraxis braucht, um gute Leistungen zu bringen. Ich bin von seiner Qualität überzeugt. Er hat grundsätzlich das Vertrauen. Wenn er dazukommt, muss er das natürlich wieder bestätigen.

Für Almer spricht, dass er beim ersten Länderspiel gespielt hat und das auch gut gemacht hat.
Warum Robert Almer wieder dabei ist

Königshofer ist auf Abruf.

Er hat ein paar Spiele bei Rapid gemacht. Wenn junge Spieler kommen und gute Spiele machen, dann achten wir darauf. Er muss nicht gleich dabei sein. Von daher wird es schon wichtig sein, ein gutes Auge darauf zu haben und zu sehen, wer ist reif und ob es gut ist, dass er schon jetzt dabei ist.

Wie sieht es um einen Stamm aus, der sich ja doch bilden sollte.

Wir haben einen Stamm, das sollte aber nicht ausschließen, dass nicht neue Spieler dazukommen. Ich denke, man kann eine WM-Qualifikation nicht mit nur 23 Spielern beginnen, der Kader muss größer sein, damit wir reagieren können, wenn sich einer verletzt.

Sind die zahlreichen Legionäre ein Vorteil für das Nationalteam?

Ja, das denke ich auf jeden Fall. Denn das bringt ja mehr Erfahrung in das Nationalteam, man kann es besser abschätzen, dementsprechend ist das gut.

Den Schritt ins Ausland begrüßen Sie also?

Es ist die Frage mit welchem Alter sie das machen. Ich denke, wenn sie mit 17 oder 18 Jahren ins Ausland gehen, ist es zu früh. Wenn sie Erfahrung sammeln im oberen Bereich und dann gehen, dann ist das sicher nicht schlecht. Ein Zlatko Junuzovic war ein gestandener Spieler, deswegen war es gut, dass er ins Ausland gegangen ist. Er hat mit Werder Bremen eine gute Entscheidung getroffen. Doch die Erfahrung, die hat er bei der Austria gesammelt, das hilft ihm jetzt ganz sicher.

Der Frühjahrsstart in Österreich war nicht gerade gut. Wie groß ist der Unterschied zwischen Österreich und einer Topliga?

Wenn man eine gewisse Zeit im Urlaub war und dann die Vorbereitung beginnt, die Plätze nicht im besten Zustand sind, dann braucht man vielleicht auch ein bisschen Vorlaufzeit. Wenn man nach Deutschland schaut, die haben eine kürzere Vorbereitungsphase und kurze Winterpause. Die haben schon mehr Spiele gemacht. In Österreich waren zwei Spiele, nicht einmal für alle, weil ja einige abgesagt werden mussten. Im Wiener Derby standen sich zwei Teams gegenüber, die gleichwertig waren. Ich habe als Trainer einige Dinge gesehen, die gut waren. Ich habe auf die Spieler geschaut und wie sie sich bewegen, wer gewinnt, ist mir dann egal.

Ich habe als Trainer einige Dinge gesehen, die gut waren.
Marcel Koller über cdas Wiener Derby

Am kommenden Mittwoch steigt das Spiel in Klagenfurt gegen Finnland. Die liegen in der FIFA-Rangliste hinter Österreich. Geht man daher vielleicht als Favorit in die Partie?

Es gibt einige andere Mannschaften auch, die hinter uns liegen. Wenn man die Tabelle anschaut, dann gehen wir vielleicht als Favorit in dieses Spiel. Es ist aber nicht entscheidend, wer der Favorit ist. Wir müssen versuchen, als Heimteam aufzutreten. Wir wollen agieren. Es ist mein erstes Heimspiel, darauf freue ich mich.

Sie haben mit Thomas Graf einen neuen Sportpsychologen. Warum dieser Schritt?

Ich habe mit ihm schon in Bochum zusammengearbeitet. Aber es wird eine gewisse Zeit brauchen, bis das greift. Der kann gewisse Dinge anregen, aber es braucht, bis das etwas wird.

 


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