sportmagazin
sportmagazin
sportwoche
toptimes

Loggen Sie sich bitte ein!

Arnautovic

Arnautovic: "Das war ein geiles Derby"

Im 96. Nordderby der deutschen Bundesliga triumphierte Werder mit 3:1 über den HSV. Ihren Beitrag steuerten auch Bremens ÖFB-Legionäre Arnautovic und Junuzovic bei.

International |  19.02.2012 | 14:49 |  Radoslaw Zak

Schon in der Halbzeitpause, als die Gäste aus Bremen gegen den großen Rivalen Hamburg mit 2:0 in Front lagen, skandierten die 6.000 mitgereisten Fans in der Imtech-Arena "Auswärtssieg, Auswärtssieg". Die 50.553 Anhänger des HSV blieben stumm.

Befreiungsschlag

Letztendlich fegten die Werderaner die Hamburger mit 3:1 aus ihrem eigenen Stadion, dabei standen die Vorzeichen vor der Partie nicht besonders gut. Drei Niederlagen mussten die Bremer bei ihren letzten Gastspielen beim sechsmaligen Meister hinnehmen, vor einem Jahr setzte es sogar eine bittere 0:4-Pleite. Nun scheint es, dass die Auswärtsschwäche ad acta gelegt worden ist, erstmals seit dem 29. Oktober 2011. Damals siegte die Truppe von Thomas Schaaf mit 3:1 in Mainz.

Das Bremer Urgestein überraschte mit seiner Startformation: Marko Marin durfte für Mehmet Ekici spielen, für Aleksandar Ignjovski begann Tom Trybull, für Marko Arnautovic kehrte Claudio Pizarro zurück. Schaafs Änderungen setzten die Weichen für den Erfolg. Marin und Trybull zeichneten sich für die ersten beiden Tore verantwortlich, das 2:0 in der 45. Minute resultierte aus einem von Zlatko Junuzovic getretenen Eckball.

Wir können heute sehr stolz auf uns und unsere Fans sein.
Marko Arnautovic

Beflügelt von den Erfolgserlebnissen traten die Bremer weiterhin spielstark und abgebrüht auf. Der 1:2-Anschlusstreffer von Mladen Petric brachte sie nicht aus der Fassung - ganz im Gegenteil. Der eingewechselte Marko Arnautovic profitierte von einer Vorlage von Goalie Tim Wiese. Nach dessen Abschlag irritierten sich die Verteidiger Heiko Westermann und Slobodan Rajkovic gegenseitig, Arnautovic kam frei durch und zog kühl zum 3:1 ab. "Hier zu gewinnen, bedeutet sehr, sehr viel", so der Angreifer. "Das war einfach nur klasse, überragend. Wir können heute sehr stolz auf uns und unsere Fans sein. Sie haben uns super angefeuert."

Tore als Argumente

Das österreichische Enfant terrible traf schon in der letzten Runde beim 1:1 gegen Hoffenheim. Das Kunststück zwei Runden hintereinander einzunetzen gelang ihm zuletzt am dritten Spieltag, als Bremen zuhause 5:3 gegen Freiburg und auswärts 2:1 gegen Hoffenheim gewann. "Das war ein geiles Norderby. Alle waren gegen uns, aber wir Spieler auf dem Platz konnte es heute gegen alle aufnehmen", bilanziert Arnautovic, der in der kommenden Runde wieder gern von Beginn an dabei wäre.

Tim Groothuis Zlatko Junuzovic kämpfte in seinem ersten Nordderby

Mit seinen Toren hat er Trainer Schaaf gute Argumente für weitere Einsätze geliefert. Der Hanseate wird sich in den kommenden Tagen seine Gedanken machen müssen, ob er wieder Markus Rosenberg an die Seite von Pizarro stellt. An der Leistung seiner Schützlinge hatte er jedenfalls kaum etwas zu bemängeln: "Wir haben ein tolles Spiel abgeliefert und so gespielt, wie es sein muss." In den Tenor stimmte auch Tim Wiese ein: "Ich weiß nicht warum, aber dieses Stadion liegt uns einfach. Es ging um viel und es war sehr hitzig, mit mehr Adrenalin als in anderen Spielen. Schön, dass wir gewonnen haben."

Bayern in der Krise

Gefeiert wurde kollektiv, der Schlussmann stimmte mit dem Megafon Gesänge bei den mitgereisten Fans an. Die ÖFB-Legionäre dürfen mit ihren Leistungen zufrieden sein und vom internationalen Geschäft träumen.

Bei David Alaba und dem FC Bayern München, der im Süden Deutschlands nicht über ein 0:0 beim SC Freiburg hinauskam, schrillen hingegen die Alarmglocken, weil der Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund nun vier Punkte beträgt. "Wenn sich nicht ganz schnell ganz viele Dinge ändern, wird das eine enttäuschende Saison für uns", schlug Sportdirektor Christian Nerlinger Alarm. "Die Leistung, war nicht akzeptabel. Es wirkt, als wenn einige nicht verstanden hätten, worum es geht."

Thomas Bachun David Alaba rückte für Bastian Schweinsteiger in die Startelf

Wenn sich nicht ganz schnell ganz viele Dinge ändern, wird das eine enttäuschende Saison für den FC Bayern", prophezeite Nerlinger nach dem extrem schwachen und vor allem ideenlosen Auftritt des Rekordmeisters in Freiburg. Das Gros der Bayern-Elf kritisierte er für "eine Leistung, die nicht akzeptabel ist. Es wirkt, als wenn einige nicht verstanden hätten, worum es geht."

Deutsche Bundesliga
Alaba, der 90 Minuten durchspielte, muss sich von der Kritik nicht betroffen fühlen. Die Süddeutsche Zeitung attestierte ihm eine gute Leistung: "Alaba hatte seinen Job im defensiven Mittelfeld erneut ordentlich erledigt. Er litt allerdings wie die gesamte Mannschaft unter den mutigen Freiburgern, die bissig, laufstark und frech dagegen hielten. Alaba hatte in der Offensive immerhin einen hübschen Doppelpass mit Ribéry anzubieten, musste nach dem stellvertretenden Kapitän Bastian Schweinsteiger in der zweiten Halbzeit den ersten Kapitän Philipp Lahm als linker Außenverteidiger vertreten. Auch das gelang ordentlich." Mehr als ordentlich war die Leistung von ÖFB-Legionär Christian Fuchs, der beim 4:0 über den VfL Wolfsburg zwei Assists beisteuerte.



Wer hat die besten Fans in der Bundesliga?