Schon in der Halbzeitpause, als die Gäste aus Bremen gegen den großen Rivalen Hamburg mit 2:0 in Front lagen, skandierten die 6.000 mitgereisten Fans in der Imtech-Arena "Auswärtssieg, Auswärtssieg". Die 50.553 Anhänger des HSV blieben stumm.
Befreiungsschlag
Letztendlich fegten die Werderaner die Hamburger mit 3:1 aus ihrem eigenen Stadion, dabei standen die Vorzeichen vor der Partie nicht besonders gut. Drei Niederlagen mussten die Bremer bei ihren letzten Gastspielen beim sechsmaligen Meister hinnehmen, vor einem Jahr setzte es sogar eine bittere 0:4-Pleite. Nun scheint es, dass die Auswärtsschwäche ad acta gelegt worden ist, erstmals seit dem 29. Oktober 2011. Damals siegte die Truppe von Thomas Schaaf mit 3:1 in Mainz.
Das Bremer Urgestein überraschte mit seiner Startformation: Marko Marin durfte für Mehmet Ekici spielen, für Aleksandar Ignjovski begann Tom Trybull, für Marko Arnautovic kehrte Claudio Pizarro zurück. Schaafs Änderungen setzten die Weichen für den Erfolg. Marin und Trybull zeichneten sich für die ersten beiden Tore verantwortlich, das 2:0 in der 45. Minute resultierte aus einem von Zlatko Junuzovic getretenen Eckball.
Marko Arnautovic
Beflügelt von den Erfolgserlebnissen traten die Bremer weiterhin spielstark und abgebrüht auf. Der 1:2-Anschlusstreffer von Mladen Petric brachte sie nicht aus der Fassung - ganz im Gegenteil. Der eingewechselte Marko Arnautovic profitierte von einer Vorlage von Goalie Tim Wiese. Nach dessen Abschlag irritierten sich die Verteidiger Heiko Westermann und Slobodan Rajkovic gegenseitig, Arnautovic kam frei durch und zog kühl zum 3:1 ab. "Hier zu gewinnen, bedeutet sehr, sehr viel", so der Angreifer. "Das war einfach nur klasse, überragend. Wir können heute sehr stolz auf uns und unsere Fans sein. Sie haben uns super angefeuert."
Tore als Argumente
Das österreichische Enfant terrible traf schon in der letzten Runde beim 1:1 gegen Hoffenheim. Das Kunststück zwei Runden hintereinander einzunetzen gelang ihm zuletzt am dritten Spieltag, als Bremen zuhause 5:3 gegen Freiburg und auswärts 2:1 gegen Hoffenheim gewann. "Das war ein geiles Norderby. Alle waren gegen uns, aber wir Spieler auf dem Platz konnte es heute gegen alle aufnehmen", bilanziert Arnautovic, der in der kommenden Runde wieder gern von Beginn an dabei wäre.
Zlatko Junuzovic kämpfte in seinem ersten Nordderby
Mit seinen Toren hat er Trainer Schaaf gute Argumente für weitere Einsätze geliefert. Der Hanseate wird sich in den kommenden Tagen seine Gedanken machen müssen, ob er wieder Markus Rosenberg an die Seite von Pizarro stellt. An der Leistung seiner Schützlinge hatte er jedenfalls kaum etwas zu bemängeln: "Wir haben ein tolles Spiel abgeliefert und so gespielt, wie es sein muss." In den Tenor stimmte auch Tim Wiese ein: "Ich weiß nicht warum, aber dieses Stadion liegt uns einfach. Es ging um viel und es war sehr hitzig, mit mehr Adrenalin als in anderen Spielen. Schön, dass wir gewonnen haben."
Bayern in der Krise
Gefeiert wurde kollektiv, der Schlussmann stimmte mit dem Megafon Gesänge bei den mitgereisten Fans an. Die ÖFB-Legionäre dürfen mit ihren Leistungen zufrieden sein und vom internationalen Geschäft träumen.
Bei David Alaba und dem FC Bayern München, der im Süden Deutschlands nicht über ein 0:0 beim SC Freiburg hinauskam, schrillen hingegen die Alarmglocken, weil der Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund nun vier Punkte beträgt. "Wenn sich nicht ganz schnell ganz viele Dinge ändern, wird das eine enttäuschende Saison für uns", schlug Sportdirektor Christian Nerlinger Alarm. "Die Leistung, war nicht akzeptabel. Es wirkt, als wenn einige nicht verstanden hätten, worum es geht."
David Alaba rückte für Bastian Schweinsteiger in die Startelf
Wenn sich nicht ganz schnell ganz viele Dinge ändern, wird das eine enttäuschende Saison für den FC Bayern", prophezeite Nerlinger nach dem extrem schwachen und vor allem ideenlosen Auftritt des Rekordmeisters in Freiburg. Das Gros der Bayern-Elf kritisierte er für "eine Leistung, die nicht akzeptabel ist. Es wirkt, als wenn einige nicht verstanden hätten, worum es geht."






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