Für den FC Bayern München läuft die Rückrunde in der Deutschen Bundesliga weiter nicht nach Wunsch. Nach der 1:3-Niederlage zum Start gegen Gladbach und dem wenig überzeugenden 2:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg am vergangenen Wochenende, musste sich der deutsche Rekordmeister am Samstagabend mit einem mageren 1:1-Unentschieden beim Hamburger SV zufrieden geben. Aus den ersten drei Rückrunden-Spielen konnten die Münchner so nur vier Punkte mitnehmen, verloren zudem die Tabellenführung an Meister Borussia Dortmund.
Robben nach Niederlage angefressen
Doch es sind nicht nur die Ergebnisse, die im Lager der Bayern für Unzufriedenheit sorgen. Auch das spielerische Element hat in der Winterpause gelitten, Topspieler wie Arjen Robben, Franck Ribery oder Thomas Müller sind meilenweit von ihrer Topform entfernt. Was bei den Schwarz-Gelben Rivalen aus dem Ruhrpott nach spielerischer Leichtigkeit aussieht, entwickelt sich im Team von Trainer Jupp Heynckes zunehmend zum Krampf - darunter leidet nicht zuletzt auch die im Frühjahr noch so ausgezeichnete Stimmung innerhalb der Mannschaft.
Arjen Robben
Das zeigten nicht zuletzt einige Gesten von Robben, der zuletzt immer wieder Kritik einstecken musste. Vier Minuten vor dem Spielende bekam der Niederländer nach einem Freistoß den Ball, suchte in der Folge aber vergeblich nach anspielbaren Offensiv-Spielern. Was folgte war ein Pass zurück auf ÖFB-Teamspieler David Alaba und heftiges Kopfschütteln. "Uns fehlt einfach ein Tick, die letzten Prozent, dann schießen wir hier auch noch ein Tor", ärgerte sich der Flügelflitzer nach dem Schlusspfiff über seine Teamkollegen und sich selbst.
"Robben und Ribery werden überschätzt"
Von den bisherigen 20 Partien in der Bundesliga konnte Robben verletzungsbedingt nur elf bestreiten, erzielte dabei fünf Tore und bereitete einen weiteren Treffer vor. Was auffällt: Während der niederländische Teamspieler in den vergangenen Spielzeiten stets zu den absoluten Leistungsträgern zählte, einige Spiele - vor allem in der Champions League - mit seinen Tempodribblings und dem darauffolgenden Torschuss nahezu im Alleingang entschied, erzielte Robben in der laufenden Saison noch keinen einzigen spielentscheidenden Treffer.
Jan Aage Fjörtoft
Ein Tor beim 5:0-Sieg über den Hamburger SV, ein Treffer beim 3:0 gegen Leverkusen und dem 2:0 gegen Wolfsburg sowie zwei beim 4:1-Heimsieg über Werder Bremen. Eine Tatsache, die auch Experten nicht entgangen ist. Ex-Rapid-Kicker und Sky-Experte Jan Aage Fjörtoft sagte etwa schon vor der Partie gegen den HSV: "Robben und Ribery werden überschätzt. Die sind nicht so gut, wie alle sagen. Robben spielt keine gute Saison, zu ihm muss ich sagen: Hol dir den Ball, wenn du ein Weltklassespieler bist, hol dir den Ball."
"Wir hätten hier gewinnen müssen"
Der lachende Zweite ist die Borussia aus Dortmund, die nun mit zwei Punkten Vorsprung die Tabelle anführt und nach drei glatten Sieg in den ersten drei Rückrunden-Partien auch das positive Momentum auf ihrer Seite hat. Das weiß auch Bayern-Coach Heynckes, der nach dem Schlusspfiff betonte: "Vorwürfe kann ich der Truppe eigentlich nicht machen. Die Ansprüche an den FC Bayern sind aber etwas größer, deswegen können wir nicht zufrieden sein, das ist doch ganz klar. Wir hätten hier gewinnen müssen, das muss man dann zur Not erzwingen."
Das ist am Samstagabend einmal mehr nicht passiert. Arjen Robben war sich nach dem Schlusspfiff deswegen sicher: "Das reicht nicht für die Spitze."
















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