Das Transferfenster ist seit dem ersten Jänner geöffnet, die heißteste Aktie der letzten Tagen war aber kein Spieler, sondern ein "arbeitsloser" Trainer. Pep Guardiola wurde von Top-Klubs aus ganz Europa gejagt. So wollte etwa Chelsea-Boss Roman Abramowitsch den Spanier mit einem 66-Millionen-Euro-Angebot für drei Jahre nach London locken. Auch Manchester City hätte den ehemaligen Barcelona-Coach wohl mit Geld überschüttet.
Fußball-Deutschland steht Kopf
Am Mittwoch wurde der spektakulären Transfer schließlich als fix vermeldet. Der Spanier wird das Zepter von Jupp Heynckes, der seine Karriere nach Saison-Ende wohl beenden wird, übernehmen und wird damit in den nächsten drei Jahren der neue Trainer von David Alaba sein.
Seit der Vollzugsmeldung ist ganz Fußball-Deutschland aus dem Häuschen, die Freude über den neuen Star in der großen Bundesliga könnte nicht größer sein. Guardiolas Erfolge sprechen für sich. Mit Barcelona hat er unter anderem zwei Mal die Champions League sowie drei Mal die spanische Meisterschaft gewonnen. Zudem ist er zweifacher Weltklubtrainer.
Doch welche Visionen, Gedanken, Vorstellungen hat ein Mann wie Guardiola noch, der in den vergangenen Jahren den absoluten Triumph auskosten konnte? Man ahnt gar nicht, wie voll sein Kopf noch ist.
Die absolute Kontrolle
Guardiolas Spiel ist auf komplette Kontrolle ausgelegt. Nicht selten hatten die Katalanen unter seiner Führung regelmäßig über 80 Prozent Ballbesitz. Selbst gegen Star-Teams wie Real Madrid hatte seine Elf mehr als 70 Prozent Ballbesitz. Doch wie funktioniert dieser Kontrollfußball? Wo, wie und wann entstand das "Barcelona-Werkel"?
Das Sportmagazin bekam exklusive Einblicke in die wunderbare Welt des Spaniers, in persona Markus Schopp. Der Sturm-Nachwuchs-Trainer kickte gemeinsam mit Guardiola bei Brescia Calcio, und blickte ihm schon beim Training beim FC Barcelona eine Woche lang über die Schulter.

Am Trainingsplatz beginnt der Erfolgslauf für ihn: Josep Guardiola.
Das System Guardiola
Um halb elf Uhr vormittags oder um vier am Nachmittag bat der Meister zum Training. Die Einheiten dauern nicht länger als in Österreich, nach eineinhalb Stunden ist Schluss. "Die Wahrheit ist: Unter der Saison trainieren sie ja nur selten wirklich hart, da spielt sich das meiste im regenerativen Bereich ab, weil permanent ein Match ansteht. Einen Messi kannst du nicht ohne Ball auf die Runde schicken. Gibst du ihm die Kugel, rennt er 90 Minuten durch", erklärt Schopp.
Laufeinheiten ohne Ball gibt es nicht, trainiert wurde auf einer exakten Kopie des Nou-Camp-Rasens. Wie "Pep" seine Spieler beflügelt? "Es ist seine Fähigkeit, einen Spieler seine Freiheiten so auszuleben zu lassen, dass er dennoch wichtig ist für die Mannschaft."
Die Kleinen machen Barca groß
"Schau her, da hinten, auf den Plätzen, auf denen die Jungen trainieren, dort liegt das wahre Geheimnis von Barcelona", sagte Guardiola zu Schopp, als ihn dieser bei einem Gespräch in seinem alles überblickenden Büro auf den Triumphmarsch der vergangen Jahre ansprach. Von dort kommen die Jungprofis zur A-Mannschaft, wo sie sich noch die körperliche Robustheit abholen und von ihrem Trainer auf das perfekte Spiel eingeschworen werden.
Das absolute Kontrollieren des Gegners über 90 Minuten, in jedem Spiel, so lautet die Mission des ehemaligen Barca-Dompteur. Und genau das wird er in den kommenden drei Jahren auch mit David Alaba und Co. vorhaben.








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