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SuperSchnaeppchen mischt Insel

"Super-Schnäppchen" mischt die Insel auf

Qualität muss nicht teuer sein. Michael Laudrup holte im Sommer für nur 2,5 Mio. einen Spanier zu Swansea, der mittlerweile alle begeistert.

International |  12.01.2013 | 10:23 |  Kurt Vierthaler

Eine kleine Genugtuung wird Michael Laudrup ab und zu schon verspüren. Vor allem, wenn er sich die irrwitzigen Transfer-Summen, die im Fußball-Business nicht selten gezahlt wurden und werden, mal wieder in Erinnerung ruft.

Chelsea blätterte für Fernando Torres im Jänner 2011 58,5 Millionen Euro hin. Seine Ausbeute? 26 Tore in 98 Pflichtspielen. Im Gegenzug überwies Liverpool an Newcastle für Andy Carroll stolze 41 Millionen Euro. Seine Ausbeute? Elf Treffer in 58 Partien. Die „Reds" haben den 24-Jährigen mittlerweile an West Ham weiterverliehen.

"Er ist das Schnäppchen der Saison"

Michael Laudrup hingegen gab im Sommer 2012 für einen Spanier nur 2,5 Millionen Euro aus. Seine Name? Miguel Pérez Cuesta, kurz Michu. Seine Ausbeute? 15 Tore in 24 Pflichtspielen. „Er ist das Schnäppchen der Saison", weiß der Swansea-Coach und fügt grinsend hinzu: „Ich weiß nicht, wie viel er mittlerweile wert ist - das müssen Sie meinen Vorsitzenden fragen."

Man muss allerdings kein großer Hellseher sein, um abschätzen zu können, welche Summen potente Vereine für den 26-Jährigen auf den Tisch legen müssten.

Wertsteigerung von 1.300 Prozent?

Bei kolportierten 35 Millionen Euro soll der aktuelle Marktwert von Michu liegen. Das wäre eine Wertsteigerung von 1.300 Prozent. „Wir kennen alle die derzeitige wirtschaftliche Situation, es gibt nicht viele Vereine, die sich Michu überhaupt leisten könnten", so Laudrup.

Wobei die dänische Fußball-Legende und der walisische Premier-League-Klub ohnehin nicht daran denken, ihr „Super-Schnäppchen" gleich wieder herzugeben. „Michu gefällt es hier bei uns, er fühlt sich richtig wohl. Deshalb habe ich keine Angst, dass er uns bald wieder verlassen könnte."

Rayos Lebensversicherung

Kann der 1,90m-Hüne allerdings Form und Quote halten, wird das weiter Begehrlichkeiten wecken. Überhaupt verblüfft es, dass Michu nicht schon längst bei einem Top-Klub spielt. Denn was er drauf hat, hat er bereits in der vergangenen Saison gezeigt. In der schoss er Aufsteiger Rayo Vallecano mit 15 Treffern quasi im Alleingang zum Klassenerhalt.

Mister, hören Sie bitte nie auf, mich zu korrigieren und kritisieren.
Sandoval über seinen ehemaligen Schützling

Trainer Jose Ramon Sandoval erinnert sich: „Er ist ein so dankbarer Junge. Er hat immer gesagt: 'Mister, hören Sie bitte nie auf, mich zu korrigieren und kritisieren.' Er ist einer dieser Spieler, der eine unersättliche Lust hat, sich ständig zu verbessern."

Jubelnder Michu als Sinnbild

Sandoval hat in seinem Rayo-Büro noch immer ein Foto vom jubelnden Michu hängen. „Er hat auf diesem Bild seine Zunge ausgestreckt, seine Haare sind durcheinander und er rüttelt am Vereins-Emblem. Es ist der selbe Jubel wie er ihn bei Swansea zelebriert. Für mich ist es der Inbegriff von Wille und Lust." 15 Mal durften die „Swans"-Fans mit ihrem neuen Publikumsliebling bereits feiern. Und Michael Laudrup wird sich bei jedem Treffer seines „Super-Schnäppchens" wohl heimlich ins Fäustchen lachen.