Das Abenteuer Holland, es hatte für Andreas Lasnik so gut begonnen.
Der Steirer überzeugte in seinem ersten Jahr beim sonst enttäuschenden und letztlich abgestiegenen Klub Willem II Tilburg mit 20 Scorerpunkten und war damit an mehr als der Hälfte der Tore beteiligt.
Bei NAC Breda wollte der Linksfuß eigentlich an die guten Vorstellungen anknüpfen.
Aber er und der Verein aus der Provinz Nordbrabant haben von Anfang an nicht harmoniert.
sport10.at hat mit Lasnik über die Gründe gesprochen und ihn gefragt, wie er sich nun die weitere Zukunft vorstellt.
sport10.at: Andi, du hast vor kurzem offen verlautbart, dass du NAC Breda schnellstmöglich verlassen willst. Was passt nicht?
Zum ersten Mal in meiner Karriere ist es mir passiert, dass es mit einem Verein von Anfang an nicht gepasst hat. Weder mit den Fans, noch mit dem Trainer oder den Mitspielern. So etwas sollte eigentlich nicht vorkommen, passiert aber fast jedem Kicker einmal. Leider.
Wie hat sich das in den vergangenen Monaten ausgewirkt?
Wenn du zum Training fährst und du siehst es als Arbeit an, dann ist es sehr schwer. Vor allem als Offensivspieler, der Kreativität versprühen sollte, brauchst du einen freien Kopf. Den hatte ich leider nie.
Andi Lasnik
Hat es einen speziellen Vorfall gegeben?
Nein, das nicht. Es war von Anfang an etwas komisch. Sie haben mich als absoluten Topspieler angepriesen, der Trainer hat mich in den ersten Partien auch als Einwechselspieler gebracht. Ich habe ihm dann gesagt, dass er mich langsam aufbauen soll, da ich drei Monate nicht gespielt hatte. Breda hat dann drei Mal in Folge gewonnen und ich war plötzlich komplett raus aus der Mannschaft - ohne Grund. Das war der erste Bruch. Man kann nicht einen Wunschspieler nach wenigen Wochen degradieren.
Hast du Holland damit komplett abgehakt?
Überhaupt nicht. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich weiter in Holland bleibe. Ich bin nach allen Seiten offen. Es werden derzeit Gespräche geführt, konkret ist aber noch nichts. Breda würde mich jedenfalls gehen lassen.
Wie blickst du auf deine bisherige Zeit in Holland zurück?
Sehr positiv. Gerade das erste Jahr bei Willem II war super. Ich war mit neun Toren und elf Assists Topscorer des Teams. Das ist nicht so schlecht. Dass es bei Breda so gelaufen ist, hat mich zwar menschlich weiter gebracht, aber sportlich war es ein Rückschritt.
Bist du enttäuscht, dass diese Leistung in Österreich nicht so wahrgenommen wurde?
Ich war damals zumindest wieder im Blickfeld des Nationalteams. Leider hat es sich mit dem Wechsel damals hingezogen, deswegen sind die Leistungen etwas untergegangen.
Lasnik ist offen für alles
Ist nun eine Rückkehr nach Österreich denkbar?
Absolut, eine Rückkehr ist auf jeden Fall möglich. Wie gesagt: Ich bin in alle Richtungen offen und schließe nichts aus. Es soll jetzt nur schnell über die Bühne gehen.
Geht man mit 29 anders an die Vereinssuche heran? Es könnte doch einer der letzten Verträge sein.
Auf jeden Fall. Ich überlege mir jetzt jedes Angebot drei Mal. Es müssen der Verein, das Land und die Perspektiven passen.
Verfolgst du die österreichische Liga noch?
Natürlich. Via Internet bin ich immer am laufenden. Ich habe ja lange genug in Österreich gespielt, darum interessiert mich die Liga nach wie vor noch. Außerdem habe ich noch einige Freunde in der Bundesliga.
Lasnik glaubt an die Ex-Kollegen
Wem du im Meisterkampf die Daumen drückst, ist wahrscheinlich nicht schwer zu erraten, oder?
Klar drücke ich meinen Ex-Kollegen von der Austria die Daumen (lacht). Ich habe ja noch mit Orti (Manuel Ortlechner, Anm.) und Linzi (Roland Linz, Anm.) zusammengespielt, Heinzi (Heinz Lindner, Anm.) hat damals ab und zu mittrainiert. Viel ist von der damaligen Mannschaft aber nicht mehr übrig geblieben. Mich freut's trotzdem, dass sie ganz vorne stehen.
Traust du der Austria den großen Wurf zu?
Absolut. Sie haben sieben Punkte Vorsprung auf Salzburg, das ist schon ein bisschen was. Wenn alles normal läuft, lässt sich die Austria das nicht mehr nehmen. Vor allem, weil sie zu Hause eine Macht ist.








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