Wenn sich ein Trainer und Spieler der gleichen Mannschaft an die Gurgel gehen, kann das für keinen Klub ein gutes Bild abgeben. Wenn es sich dann noch um die italienischen Landsmänner Roberto Mancini und Mario Balotelli im Dienste von Manchester City handelt und unzählige Bilder englischer Fotografen die Szenerie auch noch bildlich festhalten, ist die Sachlage klar: Ein Skandal ist geboren.
City spricht vom "Mario Moment"
Offiziell ärgern sich die Citizens derzeit vor allem darüber, dass die Fotos überhaupt gemacht wurden. In den neuen, bestens geschützten Etihad Campus übersiedelt die Millionen-Truppe erst in 18 Monaten. Bis dahin wollte man sich auf dem jetzigen Trainingsgelände mit Schutzzäunen Abhilfe verschaffen, doch mit Leitern ließen die Fotografen auch diesen Plan zum Schutz der Privatsphäre ins Wasser fallen. Auf dem Platz stellt sich nun die Frage, ob mit dem letzten Vorfall auch Mancinis "Prestigeprojekt" Balotelli ins Wasser gefallen ist?
Der große Ehekrach
Noch ist es nicht so weit. Wenngleich auch die Liste der teaminternen Übergriffe, die mit Balotelli in Verbindung stehen, immer länger wird. Vorfälle mit Jerome Boateng (2010), Vincent Kompany (2011), Micah Richards (2011), Yaya Toure (2012), Aleksandar Kolarov und - wie auch jetzt - Roberto Mancini (September 2012) lassen das schlechte Image des Stürmers nicht gerade schrumpfen. Darunter leidet auch die Beziehung zu seinem Trainer nachhaltig.
Mancini bewies trotz der zahlreichen Eskapaden seines Schützlings bisher immer viel Geduld, wohl auch weil Balotelli einer der Lieblinge von Besitzer Sheikh Mansour sein soll. Die Ehe auf dem Fußballplatz lief mal gut, mal schlecht. Zuletzt ging es jedoch steil bergab, etwa als der 22-Jährige die angehäuften Strafen bei seinem Arbeitgeber nicht begleichen wollte. Auch sportlich scheint man derzeit in einer Sackgasse zu stecken. Am 9. Dezember stand der Italiener unter Mancini zuletzt auf dem Rasen. Danach folgte eine nicht näher definierte Krankmeldung, die fast einen ganzen Monat in Anspruch nahm.
Kann man Balotelli abgeben?
Bis jetzt war Mancini oft der einzige Rückhalt für Balotelli innerhalb des Vereins. Erst Ende Dezember stärkte er ihm den Rücken, wollte von einem möglichen Transfer erst gar nichts wissen. "Wir müssen Mario als ein großes Investment für den Klub betrachten und wir sind kein Verein, der sein Kapital einfach so verschleudert." Wichtiger Nachsatz: "Seine Zukunft hängt nur von ihm selbst ab."
Jetzt wird es jedenfalls keine leichte Aufgabe, Fans und Medien eine weitere "letzte Chance" für Balotelli zu verkaufen. Aber vielleicht bleibt City gar nichts anderes über. Mit einem derzeitigen Wochengehalt von 170.000 Pfund und einer geschätzten Ablösesumme von 20 Millionen Pfund hält sich das Interesse anderer Vereine in Grenzen.


















Spielplan und Tabelle







Mitkommentieren! Sagen Sie uns Ihre Meinung ›