Toni Vastic zählt zu den größten Talenten in Österreich. Der 19-jährige Stürmer hat bereits Stationen bei Sturm, der Austria, dem LASK und den Blackburn Rovers hinter sich. Seit dem Sommer 2011 kämpft der an einer Sprunggelenksverletzung laborierende Vastic bei den Amateuren vom deutschen Rekordmeister FC Bayern München um den Sprung in die Profimannschaft.
sport10.at: Toni, wie geht es dir derzeit mit deiner Verletzung am Sprunggelenk?
Toni Vastic: Schon viel besser. Es geht endlich was voran und ich konnte letzte Woche wieder zum Laufen beginnen. Zwar nur zehn Minuten, aber das ist schon einmal ein Anfang. Wir müssen das langsam aufbauen, damit ich zum Trainingsstart am 5. Jänner wieder fit bin.
Vastic über den Wechsel zu den Bayern
Also wird der Urlaub für dich wohl kürzer ausfallen.
Ich werde mich über Weihnachten in Wien behandeln lassen und mit einem eigenen Trainer arbeiten, damit ich wieder fit werde.
Wie sieht dein persönliches Fazit der Herbstsaison aus?
Richtig zufrieden bin ich mit meinen neun Einsätzen bei den Amateuren nicht. Wir haben einen neuen Trainer bekommen und dadurch hat sich die Lage ein bisschen verändert, denn letztes Jahr war ich Stammspieler, in dieser Saison oft nur Reserve. Ich versuche mich aber in jedem Training zu beweisen und ich warte auf Chancen, die ich dann nützen werde.
Seit dem Sommer 2011 bist du in München. Wie gefällt es dir?
Es ist wirklich super. Alles ist sehr professionell hier und ich konzentriere mich nur auf den Fußball. München ist insofern auch toll, da es nicht weit von Wien entfernt ist und ich schnell bei meiner Familie sein kann. Das war in England bei den Blackburn Rovers etwas schwieriger. Ich kann mich hier also nicht beklagen. München ist eine tolle Stadt, ich habe den David (Anm.: Alaba) hier und meine Freunde kommen mich auch oft besuchen.
Wie kam es eigentlich zum Wechsel zu den Bayern?
Ich hatte eigentlich eine gute Saison bei Blackburn und habe dadurch ein Angebot von Bayern bekommen. Ich habe gleich gewusst, dass ich mich in München gut weiterentwickeln kann und dann war es für mich ein logischer Schritt.
Wie waren denn die zwei Jahre bei den Blackburn Rovers?
Sehr schön. Ich habe sehr viel lernen können, weil ich die englische Disziplin kennengelernt habe. England ist aber schon ein anderes Fußballland als Deutschland. Beide sind hervorragend, aber von der Technik und Disziplin unterschiedlich. Ich habe sehr viel mitgenommen, aber es war nicht leicht, da ich mit 15 Jahren dorthin gegangen bin und die Familie doch recht weit weg war. Ich bin aber reifer geworden und bereue nichts.
Vastic über die österreichischen Legionäre
Bei Bayern München bist du ja nicht der einzige Österreicher.
Ja, wir sind eh alle immer beieinander. Die Deutschen hier reden schon fast wie wir und haben schon einen österreichischen Dialekt. Es ist wirklich gut, dass wir so viele Österreicher hier sind und es kommen immer wieder welche nach. Das beweist, dass der Fußball in Österreich vorangeht und dass Talente hier auch anerkannt werden.
Ihr genießt in München einen guten Ruf. Ist David Alaba einer der Gründe dafür?
Ich weiß nicht. Er hat sehr viel erreicht und das ist sicher auch ein Grund, aber im Endeffekt muss jeder seinen eigenen Weg gehen.
Für euch ist er aber ein Vorbild.
Auf jeden Fall. Wer mit 20 Jahren Stammspieler bei Bayern ist, ist automatisch ein Vorbild. David und ich verbringen sehr viel Zeit miteinander und sind eigentlich jeden Tag beieinander.
Denkst du, dass du einen ähnlichen Weg gehen kannst?
Es wäre blöd, wenn ich sagen würde, dass ich es nicht schaffe. Ich werde alles dafür tun, aber wenn es hier nicht klappen sollte, dann eben woanders. Ich gebe weiter Gas und werde mein Bestes versuchen. Mal sehen, wo mich mein Weg hinführen wird.
Im Herbst konntest du ja in einem Freundschaftsspiel der Profis gleich zwei Tore erzielen.
Ja, ich war schon öfters bei den Profis. Ich habe eine gute Leistung gezeigt und ich werde weiterhin versuchen, mich für die Kampfmannschaft zu empfehlen.
Inwieweit wird dich dein Vater auf diesem Weg unterstützen?
Natürlich hole ich mir Rat von ihm, aber ich probiere meinen eigenen Weg zu gehen. Ich habe ja auch einen ganz anderen Spielstil als er. Ich will einfach das Beste aus mir herausholen und möchte nicht, dass ich immer als Sohn von Ivo Vastic bezeichnet werde. Mir wurde ja auch nichts geschenkt und ich möchte alles alleine schaffen. Ich denke, dass ich im Moment auf einem guten Weg bin.
Vastic über sein großes Hobby
Gab es denn diesbezüglich schon Probleme oder vielleicht sogar Neid in früheren Mannschaften?
Ich hatte immer gute Freunde, aber natürlich gibt es Leute, die hinter dem Rücken über dich reden. Das gibt es aber immer und überall. Man muss sich auf sich selbst konzentrieren und darf einfach nicht auf solche Leute hören.
Könntest du dir denn vorstellen, dass du in einer Mannschaft spielst, die von deinem Vater trainiert wird?
Das ist schwer zu sagen. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht und habe mir noch keine Gedanken darüber gemacht.
Bei Michael und Werner Gregoritsch klappt es ja ganz gut.
Ja, man merkt im U21 Team gar nicht, dass Michi der Sohn vom Trainer ist. Er wird mannschaftsintern gleich behandelt wie alle anderen. Die haben das super abgestimmt und trennen Beruf vom Privaten.
Kommen wir wieder zu dir: Wo siehst du denn deine Stärken, wo solltest du dich verbessern?
Mein Schuss, meine Defensivarbeit und mein Kopfballspiel würde ich zu meinen Stärken zählen. Ein Schwachpunkt ist noch mein Körper. Aber man muss ganz klar sagen, dass man sich immer verbessern kann und muss.
Was machst du, wenn du nicht gerade am Platz stehst und Fußball spielst?
Ich interessiere mich sehr für Basketball. David (Anm.: David Alaba) und ich gehen oft in die Halle Basketball spielen. Oft bleiben wir auch lange munter und schauen uns die NBA im Fernsehen an. Das ist schon ein großes Hobby. Wir spielen aber auch oft FIFA und NBA auf der Play Station.
Welchen Basketballverein unterstützt du?
Ich bin ein großer Fan von den Chicago Bulls.








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