Ronald Gercaliu zeigt, wie schnelllebig eine Fußballkarriere sein kann. Mit 26-Jahren hat der Österreicher fast alles erlebt: Neun Vereinswechsel, Millionentransfer, eine Europameisterschaft, UEFA-Cup und verschiedenste Ligen. Wirklich glücklich ist der Linksverteidiger nie geworden. Trotzdem würde Geraliu, mittlerweile bei Aue im Erzgebirge, die Zeit nicht zurückdrehen, wie er gegenüber sport10.at sagt.
Gercaliu: "Habe damit gerechnet, öfter zu spielen"
Ronald Gercaliu
"Ich bin ein Spieler, der von Anfang an spielen will. Das Potential habe ich." Anspruch und Realität klaffen für Gercaliu weit auseinander. Das sah zu Beginn des Jahres noch anders aus: Gercaliu wechselte von Ingolstadt nach Polen zu LKS Lodz. Der Weltenbummler wurde schnell Stammspieler und bekam gute Rezension. "Ich wollte bei Lodz Spaß am Fußball haben. Und den habe ich bekommen. Die erste polnische Liga hat sich gut entwickelt, das sieht man auch international. Das war ein richtiger und wichtiger Weg."
"Hatte Probleme mit der Führung"
Lodz war für Gercaliu nach dem Ingolstadt-Desaster eine willkommene Abwechslung. "Ich war elf Monate verletzt und dann hat es gedauert, bis ich auf Wettkampfniveau gekommen bin. Dann war ich wieder gut, habe aber Probleme mit der Führung in Ingolstadt gehabt, worauf sich die Situation verschlechtert hat", sagt Gercaliu, der für Ingolstadts erste Mannschaft kein einziges Spiel absolvierte. Dass Gercaliu den Schritt nach Ingolstadt bereut, will er nicht zugeben. Kurz zuvor steckte der 26-Jährige in Verhandlungen mit seinem Heimatverein Sturm Graz, entschied sich jedoch für Deutschland.
Ronald Gercaliu
"Fodas Verabschiedung war enttäuschend"
Im Gespräch mit sport10.at spart Gercaliu nicht mit Lob für seinen Entdecker Franco Foda. "Er hat Sturm weitergebracht." Aber auch jetzt ortet Gercaliu eine positive Entwicklung: "Sturm war am Anfang nicht so gut, aber jetzt sind sie stabil. Mit Peter Hyballa wurde eine andere Mentalität reingebracht, das kann immer gut sein." Weniger gut fand Gercaliu Fodas Abgang in Graz: "Die Verabschiedung war enttäuschend, das hätte besser laufen können. Ich weiß jetzt auch nicht, was dahinter war. Franco Foda kann damit aber sicher leben."
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