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Rapid Happel schon wieder

Rapid im Happel schon wieder sieglos

Wenn das Wiener Derby im Happel gespielt wird, hat Rapid schlechte Karten. Nach fünf Pleiten in Serie holten die Grünen am Samstag wenigstens einen Punkt. Präsident Edlinger macht Hoffnung.

tipp3-Bundesliga |  18.02.2012 | 20:36 |  Christoph Regger

Der Platzsturm im 297. Wiener Derby hatte für Rapid weitreichende Folgen. Neben zwei Geisterspielen und einer Geldstrafe verpflichteten sich die Grün-Weißen, die nächsten Heim-Derbys im Happel-Stadion auszutragen - wohl wissend, dass dort die Austria die Hosen anhat. Wie zum Beweis setzte es im letzten Aufeinandertreffen im Prater ein derbes 0:3 - die fünfte Derby-Niederlage im Happel-Stadion in Folge. Und auch in der 300. Auflage des Duells Hütteldorf - Favoriten blieben die Grün-Weißen sieglos, holten aber wenigstens einen Punkt.

Torchancen Mangelware

Rapid nahm von Anpfiff weg das Heft in die Hand und erarbeitete sich ein klares Übergewicht. Das gute Pressing machte der Austria schwer zu schaffen, an einen kontrollierten Spielaufbau war zunächst nicht zu denken. Nach ungefähr 20 Minuten ließ der Druck der Hütteldorfer aber nach und die Veilchen fingen sich. Weil aber Viola-Stürmer Roman Kienast völlig in der Luft hing und Guido Burgstaller einen Sitzer ausließ (43.), ging es mit einem enttäuschenden 0:0 in die Pause.

Spieltag und Tabelle
Nach Wiederanpfiff waren es die Gastgeber, die das erste Ausrufezeichen setzten. Nach einem Freistoß von Steffen Hofmann zwang ein Kopfball von Christopher Trimmel Austria-Schlussmann Heinz Lindner zu einer Glanzparade (47.). Doch wer sich eine Initialzündung erhofft hatte, wurde enttäuscht. Wieder verflachte die Partie, Einschussmöglichkeiten waren Mangelware.

"Spielerisch hätten wir mehr Potenzial"

Kurz vor Schluss vergab Trimmel per Kopf den Matchball, deswegen blieb es bei einem mageren 0:0 - das erste torlose Unentschieden seit 15 Derbys. Trimmel war enttäuscht: "Es ist schwer, in so einem Spiel Chancen vorzufinden. Ich hatte zwei gute Möglichkeiten, meine zweite Chance muss ich machen", sagte Trimmel nach der Partie. "Wir sind nicht glücklich, und hatten uns viel, viel mehr vorgenommen."

Kapitän Hofmann gab seinem Kollegen Recht: "Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Spielerisch hätten wir mehr Potenzial in der Mannschaft", so der enttäuschte Deutsche, der sich nach der Pleite von Ried in Mattersburg zumindest weiter über die Tabellenführung freuen darf.

Edlinger will ins Hanappi zurück

Trotz der 30.000 Zuschauer blieb es während des Derbys übrigens vergleichsweise ruhig. Die Ultras Rapid zogen ihren Stimmungsboykott beinhart durch und verzichteten auf ihren Support. Der Grund ist bekannt: der ungeliebte Spielort Happel-Stadion. "Die Fanszene zu verstehen ist schwer, wenn man außerhalb ist", gab Rapid-Boss Rudolf Edlinger im Sky-Interview zu. "Auch ich brauchte eine Zeit lang. Sie sind irritiert, es gefällt ihnen nicht, dass wir im Happel spielen. Das muss man akzeptieren."

GEPA pictures/ Walter Luger Will zurück ins Hanappi: Rudolf Edlinger.Will zurück ins Hanappi: Rudolf Edlinger.
Allerdings ist Besserung in Sicht und eine Rückkehr ins geliebte Hanappi möglich, so der Ex-Politiker. Ein weiteres Derby im Happel sei "nicht notwendig". Gut möglich also, dass das nächste Derby mit Rapid-Heimrecht wieder in Hütteldorf gespielt wird. Darauf müssen die Fans aber noch bis zur neuen Spielzeit warten.

Edlinger verspricht: Das Hanappi "bleibt eng"

Es wird die letzte Saison sein, die der Rekordmeister in seiner "alten" Heimstätte spielen wird. 2013/14 soll die Arena bekanntlich umgebaut und renoviert werden. Modelle gibt es schon einige, konkrete Pläne aber noch nicht. Edlinger verspricht: "Das Stadion bleibt eng. Wir wollen natürlich, dass die positive Stimmung durch die Renovierung nicht verloren geht."

Die Fans brennen jedenfalls schon auf das "Hanappi-Neu". Bis wann soll der Entwurf des neuen Stadions stehen? "Ich gehe davon aus, dass wir bis zum Sommer die Pläne haben und sie vorlegen können", so Edlinger. Bis dahin heißt es also: Geduld. 

Statistik zum Spiel
Rapid - Austria Wien 0:0
Ernst-Happel-Stadion, 29.400 Zuschauer, SR Einwaller

Tore: Fehlanzeige.

Gelbe Karten: Schimpelsberger, Burgstaller bzw. Dilaver, Klein, Simkovic, Ortlechner



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