In Graz ist derzeit das große Sesselrücken angesagt - zumindest theoretisch. Denn seit bekannt ist, dass Franco Foda seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird, wurde munter drauflos spekuliert, wer denn sein Nachfolger bei SK Sturm werden könnte.
Neben Markus Schopp, Darko Milanic und Ivica Vastic fiel in diesem Zusammenhang immer öfter der Name Mischa Petrovic. Erst vor kurzem war bekannt geworden, dass sein Vertrag bei Sanfrecce Hiroshima wegen Einsparungsmaßnahmen nicht verlängert wurde, und das machte ihn natürlich sehr interessant. Doch nun muss "Mischa" von der Kandidatenliste gestrichen werden. Warum? Ganz einfach: Der 54-Jährige hat einen neuen Job.
Urawa Reds sichern sich Mischas Dienste
Wie vor kurzem bekannt wurde, heuert der ehemalige Sturm-Trainer (2003 bis 2006) für ein Jahr bei den Urawa Red Diamods an, einem der größten Klubs in der japanischen J-League. Wie spektakulär dieser Coup ist, erschließt sich schon aus dem Spitznamen des Vereins. Gemeinhin werden die Red Diamonds nämlich als der FC Bayern München Japans bezeichnet. Die Reds wurden fünf Mal Meister, holten sich sechs Mal den Kaiser-Cup-Titel, gewannen 2007 die asiatische Champions League und haben mit 40.000 den besten Zuschauerschnitt der Liga.
Yosuke Kashiwagi
Während man in dieser Hinsicht sicherlich Parallelen zu den Bayern sehen kann, hinkte der Klub sportlich aktuell hinterher. Die abgelaufene Saison schloss man auf Rang 15 ab und entging nur knapp dem Abstieg. Petrovic soll den Klub nun zu alten Erfolgen führen.
"Fühlen uns erleichtert"
Dabei hatten die Verantwortlichen dafür zwei andere Kandidaten favorisiert, fingen sich von Takeshi Okada (ehemals Samurai Blue) und Akira Nishino (Langezeitcoach von Gamba Osaka) aber einen Korb ein. Nun zauberte man mit Petrovic einen Mann aus dem Hut, der in Japan ebenfalls einen ausgezeichneten Ruf genießt. Dementsprechend froh war Reds-Direktor Morihiko Yamaji: "Wir haben viele beunruhigt, als die Gespräche mit unseren Top-Kandidaten gescheitert sind. Jetzt fühlen wir uns richtig erleichtert."
Kunststück, denn schon einmal führte Petrovic einen japanischen Klub aus der Versenkung an die Spitze. 2006 übernahm der Mann, den sie in Japan "Mihailo" nennen, den damaligen Zweitligisten Sanfrecce Hiroshima. 2008 stieg er mit dem Klub in die J-League auf und wurde in der darauffolgenden Saison auf Anhieb Vierter. 2010 erreichten die Violetten sogar die asiatische Champions League, schieden aber in der Gruppenphase aus. Nach sechs Jahren geht seine Ära nun zu Ende.

War mit Petrovic in Hiroshima: Yosuke Kashiwagi.
Mischa trifft alten Bekannten
Von japanischen Medien wird Petrovic gern als Trainer bezeichnet, der mit jungen Talenten umzugehen weiß. Das machte ihn auch für die Urawa Reds interessant, die auf einen Neuaufbau abzielen. Das Grundgerüst bilden Stürmer Genki Haraguchi und Mittelfeldmann Naoki Yamada, die beide für Japans U22 an Olympia 2012 teilnehmen werden.
Außerdem trifft Petrovic auf einen alten Bekannten. Yosuke Kashiwagi spielte schon in Hiroshima unter ihm und freut sich über die Wiedervereinigung: "Ich freue mich, wieder unter seiner Anleitung zu spielen. Ich denke, er passt gut zu den Urawa Reds." Diesen Beweis muss Petrovic aber erst antreten. Saisonstart in der J-League ist im März.






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