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Lazaro Jungbulle Durchbruch

Lazaro: Ein Jungbulle vor dem Durchbruch

Salzburg-Youngster Valentino Lazaro über Einsatzzeiten bei den Profis und Vorbilder. Und was Trainer Roger Schmidt von ihm hält und Valon Berisha sich in Lazaro wiederfindet.

tipp3-Bundesliga |  03.12.2012 | 13:03 |  Stefan Weger

Er hätte Red Bull Salzburg gegen die Wiener Austria zum Sieg schießen können. Valentino Lazaro hatte in den Schlussminuten den Treffer auf dem Fuß. "Im Training am Freitag hat er den noch gemacht", sagt Trainer Roger Schmidt. Der erst 16-Jährige wurde in der 67. Minute für Sadio Mane eingewechselt und machte ein gutes Spiel. Lazaro wurde David Mendes da Silva oder auch Stefan Maierhofer vorgezogen.

"Er hat für Bewegung gesorgt", sagt Schmidt. "Valentino ist ein sehr junger Spieler, der sich seine Einsätze verdient hat."

Lazaro hadert mit Chancenverwertung

Zufrieden mit seiner Leistung war Lazaro aber nicht: "Einmal habe ich den Ball erobert und geschossen, anstatt zu Teigl oder Jonny (Soriano; Anm.) zu passen. Ich war zwar auch frei, aber der Schuss ist misslungen. Und auch die zweite Chance am Schluss habe ich ausgelassen, das ist ärgerlich."

Alles andere als ärgerlich ist aber, dass sich Lazaro in den letzten Wochen in die Mannschaft gespielt hat. "Eigentlich hätte er mit der U18-Mannschaft bei einem Turnier in Brasilien teilnehmen sollen. Wir haben aber gesagt, dass es mehr Sinn macht, dass er hier bleibt, denn hier kann er Bundesliga spielen", sagt Schmidt, der weiß was er an seinem Mittelfeldspieler mit der ungewöhnlichen Haarpracht hat.

Lazaro hat seinen eigenen Stil

Viele sehen in Lazaro den Neuen Ronaldinho oder Clarence Seedorf. Aussagen, die den gebürtigen Grazer zwar Ehren, die er aber nicht gerne hört. "Denn ich ziehe mein eigenes Ding durch, will keinen kopieren", sagt er. Das fängt bei der Frisur an. Auf der Seite Zöpfe geflochten und oben ein Wuschelkopf. "Das ist mein eigener Stil."

Ich habe meinen eigenen Stil.
Valentino Lazaro

Und mit seinem eigenen Stil hat er es schon weitgebracht. 2011 wechselte er vom GAK nach Salzburg, wo er zunächst in der U16-Mannschaft und jetzt in der U18-Mannschaft zum Einsatz kommt. "Wichtig ist, dass er viele Spiele macht. Wenn er bei uns nicht spielt, soll er bei der U18 auflaufen", sagt Schmidt.

Wenn Lazaro auf Schmidt angesprochen wird, kommt er ins Schwärmen. "Er ist ein super Trainer und es ist richtig cool, dass ich das Vertrauen von ihm bekomme. Ich hoffe, dass ich zurückzahlen kann und in nächster Zeit so weiterspiele", sagt der Dribbler.

Von Topklubs gejagt

Dem Mittelfeldspieler wird ein großes Potenzial bescheinigt. Dieses Talent hat ihn sogar für AC und Inter Mailand sowie den FC Chelsea interessant gemacht. Doch Lazaro entschied sich für Salzburg, wohl auch deswegen weil Schmidt und auch Sportdirektor Ralf Rangnick mehr als nur begeistert von den Fähigkeiten des Sohns einer Griechin und eines Angolaners sind.

Ich kenne nicht viele 16-Jährige, die so weit sind wie er.
Roger Schmidt über Lazaro

Schmidt: "Er hat extrem gute technische Fähigkeiten, er kann schnell kombinieren und hat hohe Fähigkeiten am Ball. Ich kenne nicht viele 16-Jährige, die so weit sind wie er. Zudem hat er eine richtig gute Einstellung. Ihm sieht man an, dass er völlig unbelastet ist. Er macht sich keinen Kopf, das muss man ausnutzen. Die Phase, in der zu denken beginnt, wird aber noch kommen."

Berisha findet sich in Lazaro wieder

Begeistert von Lazaro ist aber nicht nur der Trainer, sondern auch die Spieler. Valon Berisha, selbst erst 19 Jahre jung, sagt: "Als ich in Norwegen zu Beginn meiner Profikarriere in der ersten Mannschaft gespielt habe, war ich genauso wie er. Er erinnert mich an mich als ich in seinem Alter war. Ich will ihm daher unbedingt helfen." Berisha und Lazaro haben sich vom ersten Tag an gut verstanden. "Wir sind mittlerweile richtig gute Freunde geworden", sagt Berisha.

Er erinnert mich an mich als ich in seinem Alter war.
Valon Berisha über Lazaro

Oft sind Berisha, Lazaro, Havard Nielsen und Kevin Kampl miteinander zu sehen. Georg Teigl, der als einer der wenigen Österreicher den Sprung in die Kampfmannschaft von Salzburg geschafft hat, weiß ebenfalls über die Qualitäten von Lazaro Bescheid.

"Wenn ich in seinem Alter schon so weit gewesen wäre wie er, dann wäre ich extrem glücklich gewesen. Seine körperlichen und spielerischen Voraussetzungen sind unglaublich. Er hat einige gute Anlagen, aus denen er viel machen kann."

Die Gefahr abzuheben, besteht bei Lazaro nicht. Er will weiter von Spiel zu Spiel schauen und so viel wie möglich spielen. Ein Einsatz am kommenden Samstag gegen Sturm Graz wäre natürlich etwas ganz Besonders. "Da spielen wir in meiner Heimat, das hätte schon was. Das Stadion kenne ich ja ganz gut, da will ich unbedingt dabei sein."