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"Die Wunderkicker können kommen"

Emir Dilaver wird gegen Salzburg den violetten Sechser der Austria geben. Mit sport10.at sprach er über seine Rolle gegen die "Wunderkicker", den Schmäh der Austria und die Akademie-Zeit.

tipp3-Bundesliga |  28.11.2012 | 16:31 |  Daniel Kendler

Als James Holland in der Schlussphase der Austria-Partie gegen Mattersburg die Gelb-Rote Karte kassierte, war für Peter Stöger die Sachlage nach dem Schlusspiff schnell klar: "Emir Dilaver kann sich auf die Partie gegen Salzburg freuen." Dort wird er den gesperrten Australier auf der Position des Sechser vertreten. Die Freude, im Topspiel eine tragende Rolle zu spielen, sieht man ihm an. sport10.at traf den 21-Jährigen in der Generali-Arena zum Interview, um über seine Rolle als Veilchen-Hybrid, den Faktor Taktik, seine Zeit in der Akademie und seine Tipps an die Kicker-Jugend von Heute zu sprechen.

sport10.at: Nach dem Training steht bei euch oft eine Partie Fußballtennis auf dem Programm. Wie sieht deine Bilanz aus?

Emir Dilaver: Ich habe zwei Mal gewonnen, ideal für das Selbstvertrauen in der Kabine (lacht). Wir spielen immer im Gymnastikraum vor und nach dem Training, um uns zu aktivieren und locker zu werden.

Ihr verbringt auch rund um Trainingseinheiten und Spiele viel Zeit miteinander. Seid ihr zu einer Einheit zusammengewachsen?

Ja! Wir kommen früh vor einem Training zusammen, spielen und quatschen miteinander. Wir sind eine gute Gemeinschaft, da gibt es keine getrennten Splittergruppen.

Da rennt der Schmäh ...

Sehr richtig. Die anderen freuen sich, wenn ich einen Schmäh oder Blödsinn raushau. Das gehört dazu, man muss sich auch ein bisschen "hecklen" können. Das zeichnet uns in der Mannschaft auch aus. Wir "haken" im guten Sinne nach, das macht sehr viel Spaß zur Zeit.

Die Stimmung in der Mannschaft stimmt, ebenso der Erfolg. Ist es die bisher beste Phase in deiner langen Zeit bei der Austria?

Man hat in den letzten Jahren gemerkt, dass etwas im kommen ist. Jetzt spürst du es so richtig, wie es nach und nach rauskommt. Es ist die beste Phase, seit ich bei der Kampfmannschaft der Austria bin.

 Dilaver spricht von der besten Austria-Phase, seit er ein Veilchen ist.
Dilaver spricht von der besten Austria-Phase, seit er ein Veilchen ist.

In den ersten neun Runden war dir der Platz in der Startelf sicher. Bist du sportlich mit dir zufrieden?

Dass ich die ersten Spiele gleich gespielt habe, war für mich sehr wichtig. Nach dem Abgang von Florian Klein nahm ich die Position hinten rechts ein. Es war und ist eine Lernphase für mich. Besser hätte es für mich nicht kommen können, dann habe ich etwas Pech gehabt (Kopfverletzung gegen Salzburg, Anm.). Kochi (Fabian Koch, Anm.) hat auf seine Chance gewartet und diese auch genutzt. Bei mir heißt es jetzt wieder arbeiten, da werde ich sicher nicht heißlaufen. Es passiert ja immer wieder was, sonst würde ich jetzt gegen Salzburg nicht spielen. Das Rad dreht sich ständig, da musst du bereit sein.

Rechts hast du mit Fabian Koch Konkurrenz bekommen, die lange gebraucht hat, um bei der Austria tatsächlich anzukommen.

Koch hat natürlich seine Qualitäten. Er hat es hier hinter Florian Klein sehr schwer gehabt. Ich habe in ihm immer einen Konkurrenten gesehen, es ist genau seine Position. Ich habe es etwas defensiver gespielt, da muss ich noch den Dreh rauskriegen. Du brauchst deine Spiele, damit du dich in die Offensive miteinschalten kannst.

Glaubt man transfermarkt.at bist du rechter Verteidiger, glaubt man Wikipedia - bist du defensiver Mittelfeldspieler. Im letzten Gespräch mit uns hast du gesagt, du fühlst dich in der Mitte wohler. Bist du gern der Hybrid?

Es zieht sich seit der Kindheit so durch. Ich habe ein gutes taktisches Verhalten auf dem Platz, daher kann ich auf mehreren Positionen spielen, was der Trainer auch erkannt hat. Wahrscheinlich ist auch die nötige Qualität da (lacht), sonst würde ich auch nicht spielen.

Muss sich ein Spieler nicht auf einer Position entwickeln, um ein besseres Profil zu bekommen?

Natürlich ist es nicht schlecht. Aber ich kenne es nicht anders, da beiße ich mich durch. Ich nehme das Los, wie es kommt. Es liegt im Interesse der Mannschaft, somit ist es für mich okay.

Taktik gehört genauso zum Fußball, wie das Anziehen der Fußballschuhe.
Emir Dilaver

Gegen Salzburg könnte auf der Sechser-Position einiges auf dich zukommen.

Sie haben eine gute Mannschaft, klar. Aber wir sind fünf Punkte vorne, wir dürften also auch nicht so schlecht sein. Wir werden uns da schon was überlegen, wie wir gegen Salzburg spielen. Die Trainer studieren Salzburg schon über einen längeren Zeitraum, es wird taktisch einiges kommen und sicher eine Überraschung geben, auch wenn man es nach außen hin nicht so merken wird. Wie gesagt: Wir sind derzeit nicht so schlecht drauf. Wenn dann die Wunderkicker kommen, kein Problem (lacht).

Lesen Sie auf der zweiten Seite: Was Taktik und Fußballschuhe für Dilaver gemeinsam haben, warum Markus Suttner sein Vorbild ist und warum kein junger Kicker glauben darf, er sei der König der Welt.