Andreas Dober hat es wahrlich nicht immer leicht. Nachdem im Sommer 2011 der Vertrag des 26-Jährigen bei Rapid nicht verlängert wurde, wollte sich der Rechtsverteidiger seinen großen Traum erfüllen und in die USA auswandern. Vieles deutete daraufhin, doch ein Wechsel scheiterte in letzter Sekunde.
sport10.at: Andi, wie hast du deinen Urlaub verbracht?
In Wien bei meiner Familie. Wir haben auch gemeinsam Weihnachten gefeiert und ich genieße einfach mal die freie Zeit.
Dober über seine Umstellung
Statt den USA wurde es im Sommer die Vienna. Wie kam der Wechsel damals zustande?
Ich hatte mich in den USA bei meinem Probetraining leider verletzt und somit ist ein Wechsel dorthin gescheitert. Anschließend hielt ich mich in Wien selbst fit. Gerhard Fellner (Anm.: Co-Trainer Vienna) hat mich wenig später kontaktiert und gefragt, ob ich denn nicht für die Vienna spielen will. Es ist dann alles relativ rasch über die Bühne gegangen.
Hattest du nicht ein komisches Gefühl, da man plötzlich den gesamten Kader ausgewechselt hat?
Das habe ich zu diesem Zeitpunkt gar nicht gewusst. Ich war einfach nur froh, dass ich unterschrieben habe, denn die Vienna ist ein Traditionsverein mit super Fans. Auch mein erster Eindruck war sehr gut. Leider sind wir sportlich nicht so gut gestartet. Ich glaube aber, dass wir gezeigt haben, wie gut wir Fußball spielen können. Mit dem achten Platz können wir ganz gut leben.
Vor der Vienna hast du in Hartberg gegen den Abstieg gespielt.
Ja, das war sehr schwer dort. Ich bereue aber auch diese Zeit nicht, da ich viel lernen konnte. Bei Rapid habe ich immer um den Titel oder um internationale Startplätze gekämpft. In Hartberg aber plötzlich gegen den Abstieg. Das war eine neue Lebenserfahrung. Überhaupt ist es in der Ersten Liga sehr schwer zu spielen. Das ist ein ganz anderer Fußball und jeder Spieler, der von oben runterkommt, tut sich sehr schwer.
Dober über Motivation
War die Umstellung zwischen Groß- und Dorfklub sehr schwer für dich?
Natürlich, aber Motivationsprobleme gab es deswegen keine. Wenn man gegen den Abstieg spielt und sich nicht motivieren kann, hat man sowieso den Beruf verfehlt. Es geht um die Existenz des Vereins und um die Zukunft von jungen Spielern. Wenn man da nicht motiviert ist, weiß ich auch nicht.
Hast du den Traum von einem Wechsel in die USA aufgegeben?
Den Traum habe ich noch immer. Es ist nach wie vor mein Ziel, in die USA zu wechseln. Das ist eine andere Welt dort, die man mit Österreich oder Europa gar nicht vergleichen kann. Mir taugt die Mentalität. Man kommt in der Früh rein und jeder ist gut drauf. Das ist bei uns anders.
Klappt es vielleicht noch in diesem Winter mit einem Wechsel nach Amerika?
Ich habe eine Ausstiegsklausel bis 15. Jänner, bin jetzt zwei Wochen zu Hause und halte mich selbst fit. Ich kann nicht einfach auf der faulen Haut liegen. Aber schauen wir einmal, was sich bis 15. Jänner ergibt. Wenn nichts passiert, bleibe ich bis Sommer 2013 bei der Vienna.
Haben sich schon Vereine bei dir gemeldet?
Ich stehe mit meinem Manager ständig in Kontakt. Aber warten wir es ab, was passiert.
Andi Dober über Ex-Trainer Peter Pacult
Du bist ja ein Rapidler durch und durch. Wie sehr schmerzte der Abgang damals wirklich?
Natürlich wäre ich gerne bei Rapid geblieben. Es waren super 18 Jahre, aber mein Vertrag wurde nicht verlängert. Ich muss auch zugeben, dass ich mir einige Sachen zu Schulden kommen ließ. Ich muss die Fehler schon auch bei mir suchen und muss mir Kritik gefallen lassen. Ich habe Rapid aber nicht im Bösen verlassen. Ich verfolge noch alles mit, bin mit vielen Spielern im Kontakt.
Dein Ex-Trainer Peter Pacult hat nun bei Dynamo Dresden eine neue Herausforderung gefunden. Euch beiden wurde ja nicht das beste Verhältnis nachgesagt.
Er ist ein sehr guter Trainer, der seine Arbeit versteht. Wir haben unter Pacult großen Erfolg gehabt. Aber um zur Frage zurückzukommen: Wir hatten kein schlechtes Verhältnis. Das ist alles durch die Medien aufgebauscht worden. Wie gesagt, er ist ein guter Trainer und wird auch in Dresden Erfolge feiern können.
Was sagst du zur Herbstsaison von Rapid?
Im Großen und Ganzen ist Rapid nicht schlecht drauf. Sie standen als einzige österreichischer Mannschaft in der Europa League Gruppenphase. Wie vieles aber abgelaufen ist, war natürlich nicht gut. Wenn sie ihre Chancen verwertet hätten, wären sie auch in der Europa League besser gewesen. Bis auf ein-, zweimal haben sie ja nicht schlecht gespielt. Leider gab es aber zu viele katastrophale Fehler, die zu bitteren Niederlagen geführt haben. In der Meisterschaft sind sie zwar nicht mehr wirklich im Rennen um den Titel, aber sie stehen unter den ersten drei. Das ist ja auch die Zielsetzung.
Bei der Vienna spielen ja auch einige Ex-Austrianer. Du hast derzeit ja nicht so viel zu lachen.
Natürlich "häkeln" wir uns ab und zu. Leider haben sie derzeit viel mehr zu häkeln als ich, aber da stehe ich drüber. Wir verstehen uns ja gut. (lacht)








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